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Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben die vorzeitige Entscheidung im Abstiegskampf verpasst: Zwar verlor die SG Leutershausen das Kellerduell bei der HSG Konstanz knapp mit 24:25 Toren, da die Jadestädter im Heimspiel gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim aber ebenfalls mit 24:26 Toren unterlagen, muss die Mannschaft von WHV-Trainer Christian Köhrmann weiter um den Klassenerhalt zittern. Zwei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz weiterhin zwei Punkte.

"Ich möchte mich bei den Zuschauern für die Wahnsinns-Stimmung bedanken", sagte Köhrmann nach der Partie. "Meine Jungs haben ein Riesenspiel gemacht. In solchen Partien entscheiden Nuancen – dabei haben leider auch die beiden Schiedsrichter eine nicht unwichtige Rolle gespielt. Aus diesem Grund tun mir meine Spieler heute auch besonders leid." In der Tat hatten die Berliner Unparteiischen Karamuk/Seliger keinen guten Tag erwischt, erkannten u.a. zwei klare WHV-Tore von Lukas Mertens und Matej Kozul nicht an und sorgten mit einer ganzen Reihe zweifelhafter Entscheidungen für ein Pfeifkonzert in der Nordfrost-Arena und Kopfschütteln auf der WHV-Bank.

Die Gäste, nach wie vor mit Chancen auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga, erwischten vor rund 1600 Zuschauer den besseren Start, der WHV hielt aber in Person von Lukas Kalafut (vier Tore in der Anfangsphase) dagegen und ließ sich nicht abschütteln. In der Folge behaupteten die defensivstarken Friesenheimer eine knappe Führung und lagen nach einem "Sonntags-Schuss" von Weber zur Pause mit 13:12 Toren vorne.

Nach dem Wechsel die beste Phase der Jadestädter: Angeführt von Tobias Schwolow ging der WHV bis zur 38. Minute mit 17:15 in Führung, doch weiter absetzen konnten sich die Jadestädter nicht – auch weil die Pfiffe der Schiedsrichter nun immer kurioser wurden. Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde zum Ausgleich und hatten am Ende auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Während Evgeny Vorontsov kurz vor Schluss das mögliche 25:24 per Heber knapp verpasste, wuchtete der Friesenheimer Schmidt im Gegenzug nicht nur den Ball, sondern auch zwei WHV-Spieler fast noch mit ins Tor. Nicht wenige in der Arena hatten hier ein klares Offensivfoul des Linkshänders gesehen.

Köhrmann reagierte mit einer Auszeit, um zumindest noch einen Punkt zu retten. Der letzte WHV-Angriff verpuffte aber gegen die aggressive Gäste-Deckung. Nach passivem Spiel schmiss Schwolow das Leder weg und sah für diese Frustaktion regelkonform "rot". Den fälligen Strafwurf (auch so will es die Regel) versenkte Grimm zum 24:26-Endstand. "Meine Jungs haben viel Wut im Bauch. Diese werden wir am Freitag mit nach Essen nehmen und gegen den TuSEM rauslassen."

W'havener HV – TSG Friesenheim 24:26 (12:13)
WHV:Weiner (15 Paraden), Lüpke; Kalafut 7, Smits 6/2, Mertens 4, Schwolow 2, Vorontsov 2, S. Köhler 2, Postel 1, Kozul, Maas, Groß, J. Köhler, Schweigart.
TSG: Klier (1.-21. und 43.-60./5), Lenz (22.-42./3); Weber 5, Schmidt 5, Grimm 4, Dietrich 3, Hess 2, Remmlinger 2, Durak 2, Dippe 1, Feld 1 Falk 1, Haider.
Schiedsrichter: Karamuk/Seliger (Berlin)
Zuschauer: 1570
Strafwürfe: 3/2 (Smits scheitert an Klier) – 3/3
Strafminuten: 2  – 8