Nordhorn eine Nummer zu groß

Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben das Niedersachsen-Derby bei der HSG Nordhorn-Lingen am Sonnabend klar verloren: Vor mehr als 2800 Zuschauern in der Lingener Emsland-Arena setzten sich die favorisierten Grafschafter am Ende verdient mit 28:20 (14:11) Toren durch und behauptete damit seinen Platz in der Spitzengruppe der Liga. Kay Smits war mit 8/3 Toren bester Werfer der Jadestädter.

"Kraft und Konzentration haben leider nur für 40 Minuten gereicht", fasste WHV-Trainer Christian Köhrmann die 60 temporeichen Minuten zusammen. "Wir hätten zur Pause durchaus führen können, haben aber mehrere gute Torchancen ausgelassen. Das darf man sich gegen einen Gegner dieser Qualität natürlich nicht erlauben." Ohne Tobias Schwolow, der aufgrund seiner Schulterverletzung aus dem Eisenach-Spiel auch in Lingen passen musste, fehlten Köhrmann vor allem im Rückraum die Alernativen. "Lukas Kalafut und Kay Smits mussten volle 60 Minuten gehen und auch in der Abwehr richtig Gas geben", sagte der WHV-Trainer. "Mitte der zweiten Halbzeit war der Tank dann verständlicherweise leer."

Bis dahin hatten sich die Jadestädter gut aus der Affäre gezogen und den früehn Dreitore-Rückstand kurz vor der Pause sogar umgebogen. Evgeny Vorontsov warf die Gäste in ihrer stärksten Phase sogar mit 11:10 in Front - es sollte aber die letzte Führung der Jadestädter an diesem Abend sein. HSG-Keeper Björn Buhrmester zeichnete sich in der Schlussphase des ersten Durchgangs mehrfach aus und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße.

Nach dem Seitenwechsel (14:11 für Nordhorn) blieben die Jadestädter noch rund zehn Minuten in Schlagdistanz. Als die Gastgeber aber von 21:17 auf 24:17 davonzogen war der Drops in der Emsland-Arena gelutscht. "Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf, alle haben sich voll reingehängt - man muss so eine Niederlage auch einfach mal akzeptieren", sagte Köhrmann. "40 Minuten haben wir sowohl im Angriff als auch in der Abwehr ein gutes Spiel gezeigt. Hätten wir unsere Chancen konsequenter genutzt, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Aber Nordhorn war der klare Favorit und ist dieser Rolle letztlich auch gerecht geworden."

 

HSG Nordhorn-Lingen - W'havener HV 28:20 (14:11)
HSG: Buhrmester (1.-55./12 Paraden), Kaleun (ab 55.); Seidel 7/1, Wiese 5, Vorlicek 5, Heiny 3, Fraatz 3, Terwolbeck 2, Miedema 1, de Boer 1, van Lengerich 1, Leenders, Mickal, Smit
WHV: Doden (1.-18./1), Lüpke (ab 18./9); Smits 8/3, Vorontsov 4, Ten Velde 3, Kalafut 2, Postel 2, Andrejew 1, Kozul, Köhler, Maas, Lehmann, Schweigart
Schiedsrichter: Christian und David Hannes
Zuschauer: 2861
Strafwürfe: 2/1 - 4/3
Strafminuten: 8 - 6