Sensationelle zweite Halbzeit

Der Wilhelmshavener HV ist in der 2. Handball-Bundesliga immer für eine Überraschung gut: Trotz großer Personalsorgen spielten sich die Schützlinge im Heimspiele gegen den Ligazweiten SG BBM Bietigheim nach dem Seitenwechsel in einen wahren Rausch und gewannen am Ende vor rund 1100 Zuschauern in der Nordfrost-Arena noch mit 37:30 (16:18) Toren. Krönender Abschluss eines denkwürdigen Handball Abends war das überraschende Comeback von Rene Drechsler, der in der Schlussphase noch zwei Tore erzielte.

Im ersten Durchgang liefen die Jadestädter lange einem Rückstand hinterher. "Wir haben einige technische Fehler gemacht und in der Abwehr die nötige Aggressivität vermissen lassen. Das war über weite Streckne zu passiv", sagte Trainer Christian Köhrmann. "Dafür haben wir dann in der zweiten Halbzeit alles richtig gemacht." Angeführt vom überragenden Kay Smits, der mit elf Toren erneut bester Schütze seines Teams war, waren die Jadestädter nach dem Wechsel nicht mehr zu halten. Großen Anteil am Sieg hatte auch Torhüter Frederick Lüpke, der ab der 40. Minute seinen Kasten praktisch "vernagelte" und kaum noch zu bezwingen war.

Ein Sonderlob des Trainers gab es auch für Matej Kozul: "Er hat das Spiel in die Hand genommen und viele gute Entscheidungen getroffen", sagte Köhrmann. Bis zum 25:25 (46.) konnte Bietigheim die Partie noch offen gestalten, ehe der WHV-Express auf und davon raste. Als Rene Drechsler in der Schlussphase nach monatelanger Verletzungspause erstmals wieder die Platte betrat - und prompt traf, stand die Arena endgültig Kopf. Am Ende stand ein auch in der Höhe verdienter 37:30-Heimerfolg des WHV, der allen Personalsorgen zum Trotz nicht nur seine Fans, sondern auch Manager Dieter Koopmann begeisterte: "Eine unglaubliche Leistung!"