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„Total Movement“ zum Auftakt

Mit einem ersten Leistungscheck sind die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV heute Vormittag in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet. Nach kurzer Begrüßung durch Trainer Christian Köhrmann stand für Rene Drechsler & Co. „Total Movement“ auf dem Trainingsplan. Die Fitness-Expertinnen Maja Ivanovic und Tanja Sarenac aus Sittard in den Niederlanden sind noch bis einschließlich Sonntag zu Gast in der Jadestadt, um erste Leistungswerte der neuen Saison zu erfassen und entsprechend auszuwerten.

Zum Auftakt waren alle Spieler des neuen Kaders dabei – einige allerdings mit Einschränkungen. Mit dem Ergometer musste sich zum Beispiel Neuzugang Nils Torbrügge begnügen. Der Kreisläufer und designierte Abwehrchef war kurz vor Vorbereitungsstart an der linken Schulter operiert worden, ihm drohen nun bis zu sechs Monate Pause. „Wir haben dem Markt im Auge und bereits erste Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt“, sagt Köhrmann. „Nils Torbrügge ist ein zentraler Baustein in unserem Defensivkonzept. Deshalb werden wir auf seinen Ausfall auch reagieren müssen.“ Mit Stanko Sabljic und Duncan Postel stünden aktuell nur zwei etatmäßige Abwehrspieler für den Innenblock zur Verfügung.

Auch Tobias Schwolow (nach Knie-OP), Neuzugang Juan de le Pena und Sebastian Maas (beide nach Kreuzbandriss im November 2019) absolvierten in den ersten Tagen nur ein eingeschränktes Programm. Wir bei allen anderen Akteuren auch wird Köhrmann die Belastung hier Schritt für Schritt steigern. „Nach der ungewöhnlich langen Pause ist es wichtig, die Belastung entsprechend zu steuern und immer wieder Pausen einzulegen“, sagt der Trainer, der in den Abendeinheiten auch erste Übungen mit dem Handball anbieten will. Aktuelle Planungen der HBL sehen einen Saisonstart Anfang Oktober vor und empfehlen den Vereinen eine Vor-Vorbereitung, um das Verletzungsrisiko so weit wie möglich zu minimieren.

Mit Dauerkarte viele Vorteile sichern

Auch wenn noch nicht klar, wann die neue Saison in der 2. Handball-Bundesliga beginnt, hat beim Wilhelmshavener HV inzwischen der Dauerkarten-Verkauf begonnen. Und dabei bietet der Aufsteiger seinen treuesten Fans viele Vorteile:
„Stammkunden“ zahlen beispielsweise nur für 14 (von insgesamt 18 Heimspielen) und bekommen damit vier Partien in der Nordfrost-Arena quasi geschenkt. „Neukunden“ bekommen bei erstmaligem Erwerb einer Dauerkarte einen Bonus von drei Heimspielen.

Darüber hinaus erhalten Besitzer eines Saisontickets in Zukunft viele Rabatte bei den Partnern des Wilhelmshavener HV. Unter anderem bei unserem Aursüster „Intersport Leffers“, wo WHV-Dauerkarten-Inhaber künftig 10 Prozent ihres Einkaufs sparen können. Wie immer sind die Dauerkaren nur in der Geschäftsstelle des WHV in der Bismarckstraße 210 erhältlich. Unsere Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9 bis 15 Uhr, Freitag 9 bis 14 Uhr. Mehr Informationen auch unter der Telefonnummer 0 44 21/99 55 09.

Außerdem gibt der WHV bekannt, dass die Zusammenerbeit mit „Intersport Leffers“ um drei weitere Jahre verlängert wurde.
Guido Schöttler und Daniel Fütterer (beide „Intersport Leffers“) sowie WHV-Geschäftsführer Maik Menninga, Manager Dieter Koopmann und WHV-Marketingchef Frank Leonhardt tüteten den Deal jetzt ein und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit.

„Will meinen Teil zum Erfolg beitragen“

Nils Torbrügge ist einer von drei Neuzugängen bei Zweitliga-Aufsteiger Wilhelmshavener HV. An der Jade hat der 27-Jährige einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Auf seine neuen Teamkollegen ist er gespannt.

Frage: Nils Torbrügge, herzlich willkommen in Wilhelmshaven. Ein Ostwestfale im hohen Norden. Ein Kulturschock?
Nils Torbrügge: Vielen Dank und nein, das kann man nicht sagen. Ich kenne die Gegend noch aus Kindertagen, weil die Familie ein Ferienhaus in Horumersiel hatte. Der Norden hat seine Vorzüge, sonst würden nicht so viele Leute hier Urlaub machen. Ich war viel mit dem Fahrrad unterwegs, habe mir einiges angesehen und bin positiv überrascht.

Frage: Du bist der erste der drei WHV-Neuzugänge, der hier aufgeschlagen ist – und das einige Wochen früher als erwartet. Hattest du es so eilig?
Torbrügge: Eigentlich nicht, aber bei meinem Verein, der HSG Wetzlar, herrscht seit dem vorzeitigen Abbruch der Bundesliga-Saison Kurzarbeit „null“. Das heißt, wir dürfen nicht trainieren. In Absprache mit der HSG habe ich meinen Umzug deshalb etwas vorverlegt. Wegen der Schulter hatte ich noch ein paar Reha-Maßnahmen – die kann ich aber genau so gut in Wilhelmshaven absolvieren.

Frage: Du hattest zwei erfolgreiche Jahre in Wetzlar und dann diesen geräuschlosen, anonymen Abschied. Hättest du dich gerne noch in der Halle von den Fans verabschiedet?
Torbrügge: Ich bin jetzt nicht der Typ, der vor 5000 Zuschauern unbedingt noch mal den Fans zuwinken muss. Die Zeit in Wetzlar war toll, gemessen an den finanziellen Voraussetzungen waren wir sehr erfolgreich, und ich habe viele Freunde gefunden. In Mittelhessen herrscht schon ein besonderes Klima, das ich in meiner Profi-Karriere so noch nie erlebt habe.

Frage: Das musst du erklären.
Torbrügge: Ich will nicht zu viel sagen, aber Trainer Kai Wandschneider hat seine ganz eigene Art. Wir hatten unheimlich Bock auf Handball – das hat man in den Spielen gesehen. Und daran hatte er großen Anteil, weil wir oft auf den Punkt unsere beste Leistung abrufen konnten.

Frage: Welches Spiel ist dir noch besonders in Erinnerung?
Torbrügge: Ganz klar der 27:20-Auswärtssieg kurz vor Weihnachten beim THW Kiel, den man schon historisch nennen könnte. Ich habe mit Minden, Nettelstedt und Wetzlar oft in Kiel gespielt, manchmal auch zur Pause geführt – aber nie mit sieben Toren gewonnen. Bei uns lief es einfach, während die Gedanken des Gegners bei all dem Terminstress vielleicht schon um den Weihnachtsbaum kreisten. Unsere Leistung soll das aber nicht schmälern – das war schon ein geiles Spiel.

Frage: Apropos Minden und Nettelstedt: Du hast für beide Traditionsvereine gespielt. Sind Wechsel zum Erzrivalen nicht vertraglich verboten?
Torbrügge: Sollte man meinen, ist aber natürlich nicht so. Trotzdem war die Situation damals schon speziell, weil die Rivalität in allen Bereichen – also auf den Feld, aber vor allem auf den Tribünen – schon sehr groß war. Solche Spiele und das Drumherum vergisst man nie. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse aber deutlich abgekühlt.

Frage: Kommen wir zu deinem neuen Verein und zu den Zielen, die du mit dem WHV verfolgen willst.
Torbrügge: Ohne dem Verein hier vorgreifen zu wollen, ist es für einen Aufsteiger sicherlich immer klug, zunächst einmal nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das sollte auch für uns das primäre Ziel sein. Alles, was darüber hinaus geht, nehmen wir natürlich gerne mit.

Frage: Und deine persönlichen Ziele?
Torbrügge: Ich bin 27 Jahre alt und wechsel von der 1. in die 2. Bundesliga, das weckt Erwartungen – vom Trainer, von der Mannschaft und nicht zuletzt auch von den Fans. Deshalb ist es wichtig, dass ich meine Leistung bringe und meinen Teil zum Erfolg des Vereins beitrage. Wobei ich Erfolg nicht an einem bestimmten Tabellenplatz festmache.

Frage: Dein letztes Zweitliga-Spiel liegt schon einige Zeit zurück. Wie belastbar sind deine Kenntnisse über die 2. Bundesliga?
Torbrügge: Ich würde sagen eingeschränkt belastbar. Klar kenne ich noch die Vereine und viele Spieler aus den direkten Duellen. Wie die Kräfteverhältnisse aber genau verteilt sind, kann momentan wohl niemand sagen. Große Wechsel gab es während der Corona-Krise kaum. Deshalb könnte es sein, dass es oben und unten die üblichen Verdächtigen gibt.

Frage: Du bist schon dreimal in die 1. Liga aufgestiegen…
Torbrügge: Ja, das stimmt. Aber die Voraussetzungen waren immer andere. Wir haben eine gute Mannschaft mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Was daraus werden kann, wird sich zeigen. Hauptsache, es geht irgendwann wieder los.

Frage: Vorbereitungsbeginn ist am 1. Juli. Hast du deine neue Mannschaft überhaupt schon kennengelernt?
Torbrügge: Nein, noch nicht. Nur einzelne Spieler. Bartosz Konitz, Duncan Postel und Rutger ten Velde haben beim Umzug geholfen, Sebastian Maas habe ich beim Fitness und Tobias Schwolow beim Physiotherapeuten getroffen. Unseren Torwart Jens Vortmann kenne ich ja noch aus der gemeinsamen Zeit in Minden. Auf den Rest bin ich sehr gespannt.

Frage: Vielleicht lädst du den ein oder anderen mal zum Angeln ein?
Torbrügge: Tja, ich bin zwar eher der Schönwetter-Angler und habe auch den passenden Erfolg dazu. Falls jemand Lust hat, kann er gerne mitkommen. Zu zweit macht Angeln ohnehin viel mehr Spaß.

„Möglichst schnell zurück zur Normalität finden“

Dieter Koopmann, Manager des Zweitligisten WHV, über die Corona-Krise und die Folgen für den Sport. Stand heute startet der WHV am 1. Juli in die Vorbereitung auf die kommende Saison. Mit den Frauen peilt Koopmann perspektivisch höhere Ziele an.

Frage: Dieter Koopmann, normalerweise eilen Sie von Termin zu Termin – bis Corona dem ein Ende gesetzt hat. Wie gelingt es Ihnen, Ihren Arbeitsalltag mit den aktuellen Einschränkungen und Vorschriften zu vereinbaren?
Koopmann: Tja, ganz einfach: Mit Abstand und mit Mundschutz natürlich. Die Welt hat sich durch Corona massiv verändert und vieles wird bleiben, auch wenn es irgendwann einen Impfstoff oder Medikamente gibt. Wie die Welt dann aussehen wird, weiß ich nicht. Aber wir alle müssen uns auf Veränderungen einstellen.

Frage: Inwieweit könnten diese Veränderungen auch den Sport betreffen?
Koopmann: Der Sport ist doch jetzt schon massiv betroffen. Vielen Vereinen – unabhängig von der Sportart – steht das Wasser bis zum Hals, weil Sponsoring- oder Zuschauer-Einnahmen wegfallen. Da wird es sicherlich einige Opfer geben, andere werden in Zukunft deutlich kleinere Brötchen backen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass wir möglichst schnell wieder zur Normalität zurückfinden.

Frage: Wie schneidet der WHV in diesem Zusammenhang ab?
Koopmann: Sehr gut. Wir sind nach wie vor in der Lage, unsere laufenden Kosten zu decken, was unserer professionellen Arbeit zu verdanken ist. Es ist ja nicht so, dass wir nichts mehr bezahlen müssen, nur weil die Zuschauern-Einnahmen wegbrechen. Im Gegenteil: So wurden unter anderem die Beiträge von der Berufsgenossenschaft (mal wieder) massiv erhöht.

Frage: Öffentlich wird oft die Sonderrolle der Fußball-Bun-desligistendiskutiert.Wie sehen Sie die Sache?
Koopmann: Der Profi-Fußball ist im Überlebenskampf auf die Fernsehgelder angewiesen. Den Spielbetrieb jetzt mit Geisterspielen fortzusetzen, ist deshalb nur konsequent. Viele Vereine haben den tat finanziell so auf Kante genäht, dass sie ohne das Fernsehen nicht überleben könnten. Ob man das nun gut findet odernicht, soll jeder selbst entscheiden.

Frage: Wäre das Hygienekonzept der DFL auf den Handball übertragbar gewesen?
Koopmann: Nein, sicherlich nicht. Eine Woche Hotel-Qua-rantäne und dann vor leeren Rängen spielen – das wäre von keinem Verein zu stemmen gewesen. Sportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey leben von ihren Zuschauern. Ein Geisterspielbetrieb ist aus meiner Sicht absolut undenkbar.

Frage: Zurück zum WHV: Die Saison 2019/20 ist abgeschlossen, die Rückkehr in die 2. Bundesliga ist perfekt. Wie sieht der zeitliche Fahrplan aus?
Koopmann: Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass die neue Saison Anfang September beginnt. Ob es tatsächlich so kommt, liegt aber nicht in unseren Händen – hier hat die Politik das letzte Wort. Solange nichts Gegenteiliges entschieden wird, starten wir am 1. Juli in die Vorbereitung.

Frage: Egal, wann es weitergeht, der Zweitliga-Kader des WHV steht. Jens Vortmann kommt für Primoz Prost, Nils Torbrügge für Domagoj Srsen, außerdem wurde Juan de la Pena verpflichtet. Bleibt die Frage: Wie geht es Miladin Kozlina? Er hat ja noch ein Jahr Vertrag beim WHV.
Koopmann: Miladin geht es den Umständen entsprechend gut. Stand heute gehen wir davon aus, dass er nicht mehr aufs Feld zurückkehren wird. Möglicherweise muss die lädierte Schulter ein weiteres Mal operiert werden. Dass ein Sportsmann wie Miladin Kozlina seine tolle Karriere auf diese Art und Weise beenden muss, macht mich traurig. Er ist ein Mega-Typ, der einen besseren Abschied verdient gehabt hätte.

Frage: Sein Nachfolger Domagoj Srsen konnte sich offenbar nicht für ein weiteres Engagement empfehlen. Warum nicht?
Koopmann: Weil wir die Position Abwehr Innenblock/Kreisläufer mit Nils Torbrügge und Stanko Sabljic besetzt haben. Außerdem gibt es da ja auch noch einen Duncan Postel. Wir danken Domagoj Srsen für seinen Einsatz und wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute.

Frage: Anderes Thema: Der WHV hat die Oberliga-Handballerinnen des WSSV quasi „übernommen“. War das Investment oder Herzensangelegenheit?
Koopmann: Beides. Die Zukunft des höherklassigen Frauen-Handballs in unserer Stadt stand auf der Kippe. Deshalb haben wir uns entschieden, zu helfen und werden uns auch in Zukunft verstärkt um diesen Bereich kümmern. Mit Christian Schmalz gibt es nun wieder einen guten Trainer, auch die Neuzugänge werden das Team wettbewerbsfähiger machen. Was mich als Wilhelmshavener am meisten gestört hat, ist, dass viele junge Talente nach Oldenburg gegangen sind, um leistungsorientiert Handball zu spielen. Diesen Trend gilt es umzukehren.

Frage: Klingt mittelfristig nach 3. Liga…
Koopmann: Wir wollen nichts überstürzen. Schritt eins muss sein, in der Oberliga wieder voll wettbewerbsfähig zu sein. Zehn weitere Jahre in dieser Spielklasse kann ich mir aber nicht vorstellen, deswegen möchte ich perspektivisch schon über die 3. Liga reden. Das würde uns als Verein sehr gut zu Gesicht stehen.

Frage: Die „Zweite“ hat den angepeilten Oberliga-Aufstieg nicht geschafft.Ein Rückschlag?
Koopmann: Wenn überhaupt, dann ein kleiner. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft im Endspurt mindestens noch Zweiter geworden wäre. Auch, weil wir mit U 21-Spielern aus der ‚Ersten’ unterstützt hätten. Aber leider hat uns Corona auf der Zielgeraden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber keine Sorge: Kommende Saison greifen wir wieder an.

Frage: Gibt es Überlegungen, die Spiele der 1. und 2. Männer sowie der Frauen anders zu organisieren?
Koopmann: Ja und zwar sehr konkrete. Mir schwebt da ein richtiges WHV-Wochenende in der Nordfrost-Arena vor – vo-rausgesetzt natürlich das Timing der Heimspiele stimmt. Samstagnachmittag um 16 Uhr die „Zweite“, Samstagabend um 19.30 Uhr die „Erste“ und am Sonntagnachmittag die Frauen. Das wäre wirklich eine runde Sache.

Frage: Sie haben kürzlich auch Gespräche mit dem WSSV in Sachen Jugendspielgemeinschaft (JSG) geführt. Worum ging es da genau?
Koopmann: Es geht darum, den Handball in dieser Stadt unter einem Dach zu vereinen und sportlich weiterzubringen – und zwar beim WHV. Diese Absichten haben wir im direkten Gespräch mit WSSV-Geschäftsführer Gerald Legrand kundgetan.

Frage: Mit welchem Erfolg?
Koopmann: Im ersten Anlauf noch ohne Erfolg, weil der WSSV seine Handball-Abtei-lung nicht aufgeben will. Aber jeder weiß: Wenn du leistungsorientiert arbeiten willst, dann kostet das Geld. Und hier bietet der WHV derzeit einfach die besseren Möglichkeiten. In der JSG arbeiten viele gute Trainer, die hochmotiviert bei der Sache sind. Das muss man auch mal honorieren und nicht nur ab und zu auf die Schulter klopfen.

Frage: Noch einmal zurück zur Nordfrost-Arena: Die weitere Sanierung könnte eine längere Sperrung zur Folge haben, die auch den WHV treffen könnte. Gibt es schon Pläne für den Fall der Fälle?
Koopmann: Ja, die gibt es. Sollte es soweit kommen, würden wir versuchen, nach Oldenburg auszuweichen. Das wäre zwar nicht schön für unsere Fans, ließe sich aber logistisch relativ leicht bewerkstelligen. Die Infrastruktur in Oldenburg stimmt und wer weiß: Vielleicht können wir ja an der Hunte auch Sportinteressierte für den WHV begeistern und als künftige ‚Kunden’ gewinnen

Frage: Letzte Frage: Was vermissen Sie in dieser Zeit am meisten?
Koopmann: Ganz klar den Kontakt zur Mannschaft. Abends zur Arena fahren, Training gucken, mit den Spielern sprechen und anschließend in der Kabine noch ein Bier trinken. Mal schauen, wenn sich die Entwicklung der letzten Wochen weiter fortsetzt, gibt es vielleicht schon bald Licht am Ende des Tunnels.

Große Freude beim Wilhelmshavener HV über den Aufstieg in die 2.Bundesliga und über Vertragsverlängerung von Vedran Delić

Eine große Freude über die Klarheit in Sachen Aufstieg herrschte am gestrigen Dienstag auf der Geschäftsstelle vom Wilhelmshavener HV.

Nach Bekanntgabe des Deutschen Handballbundes und der Handballbundesliga über die abschließende Wertung der Saison und die damit verbundene Aufstiegsregelung in die 2.Handballbundesliga, fiel von den Verantwortlichen des Vereins eine große Last ab. „Endlich haben wir Klarheit was unsere sportliche Zukunft betrifft. Die Entscheidung die Saison so zu werten und alle vier Erstplatzierten der dritten Ligen aufsteigen zu lassen, sehen auch wir als das fairste Mittel für alle beteiligten Mannschaften an. Wir haben in den letzten Wochen intensiv an unserem Kader für die kommende Saison gearbeitet und ihn voll auf die zweite Liga ausgerichtet. Mit einer guten Mischung aus unserer eingespielten Truppe und den starken Ergänzungen mit Kreisläufer Nils Torbrügge (Wetzlar),  Torhüter Jens Vortmann (Leipzig) und Spielmacher Juan de la Peña (Balingen) wollen wir zukünftig eine gute Rolle in der 2.Liga spielen.“, so WHV-Geschäftsführer Maik Menninga.

 

Neben den in den letzten Wochen bereits erfolgten Vertragsverlängerungen der im Sommer auslaufenden Verträge, hat der WHV gestern nach Bekanntgabe des sportlichen Aufstieges auch noch den letzten auslaufenden Vertrag verlängert. Linksaußen Vedran Delić, der erst im Februar in die Jadestadt aufgrund der schweren Verletzung von Sebastian Maas wechselte, hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2021 verlängert. „Vedran Delić hat uns im Heimspiel gegen die Dragons aus Schalksmühle und beim OHV Aurich bewiesen, welche Qualitäten er besitzt und wieviel Spaß die Zuschauer und wir an seinem Spielstil haben können. Aufgrund der derzeitigen Situation konnte Vedran bisher leider nicht mehr Spiele für uns absolvieren. Uns war aber schnell klar, dass wir ihm die Chance geben weiter für unseren Verein auflaufen zu können um gemeinsam mit uns in der 2.Handballbundesliga Fuß zu fassen.“; sagte Geschäftsführer Florian Schulz zur Verlängerung.

 

WHV-Manager Dieter Koopmann machte noch einmal deutlich welchen großen Anteil, neben des sportlichen Erfolges der Mannschaft, auch das Umfeld des Vereins an dem Aufstieg hat. „ Wir möchten allen Beteiligten danken, die während der Saison richtig Gas für den Verein gegeben haben. Der medizinische Abteilung rund um unseren Mannschaftsarzt Frank Poppmann, unseren Physiotherapeuten, allen Betreuer rund um das Team, unseren Mitarbeiterinnen auf der Geschäftsstelle, unserem Vorstand, dem technischen Team in der Halle und natürlich unseren Förderern und Sponsoren, ohne die der Handball als überregionaler Sympathieträger und Werbezugpferd unserer Stadt nicht möglich wäre!“

 

von Links: Maik Menninga, Vedran Delić, Florian Schulz

von Links: Maik Menninga, Vedran Delić, Florian Schulz

WHV zurück in der 2. Bundesliga

Die Entscheidung ist gefallen: Aufgrund der Corona-Pandemie und der fehlenden Perspektive für eine
Fortsetzung der Saison haben die Handball-Bundesliga (HBL) und der Deutsche Handball-Bund (DHB) beschlossen,
die Spielzeit 2019/20 vorzeitig abzubrechen. Davon betroffen auch die 3. Ligen und damit auch der
Wilhelmshavener HV, der als Tabellenführer der Nord-West-Staffel nur ein Jahr nach dem Abstieg in die 2.
Bundesliga zurückkehrt.

HBL und DHB haben entschieden, die Bundesligen und die vier Drittliga-Staffeln nach der Quotientenregel
zu werten. Das bedeutet, das die Pluspunkte durch die Anzahl der bis zum Abbruch ausgetragenen Spiele
geteilt und mit 100 multipliziert werden. Hier hat der WHV im Nord-Westen klar die Nase vorn. In den anderen
Staffeln werden der Dessau-Roßlauer HV (Nord-Ost), der TuS Fürstenfeldbruck (Süd) und der TV Großwallstadt
(Mitte) als Sieger gewertet und steigen gemeinsam mit dem WHV (die Lizenzerteilung vorausgesetzt) in die 2.
Liga auf.

Absteiger wird es weder in der 1. und 2.Liga noch in den vier Drittliga-Staffeln geben. Aus der 2. Liga
steigen der HSC Coburg und TuSEM Essen in die 1. Bundesliga auf. Zum „Corona-Meister“ in der Beletage des
deutschen Hanbdalls wird Rekordmeister THW Kiel gekürt. „Wir haben mit diesem Beschluss des Bundesrates in
unserer föderalen Struktur einen gemeinsamen Weg für den deutschen Handball gefunden. Ich bedanke mich für
die sehr gute und professionelle Arbeit der beiden Ligaverbände HBL und HBF sowie die sehr gute
Zusammenarbeit mit den Landesverbänden“, sagt DHB-Präsident Andreas Michelmann. „Drängende Fragen zur
Saison 2019/20 sind damit beantwortet. Aber unser gemeinsamer Einsatz im Umgang mit den Folgen der
Corona-Pandemie ist weiter gefragt.“

Auch Konitz bleibt beim WHV

Rückraumspieler Bartosz Konitz und der Wilhelmshavener HV werden auch in der Spielzeit 2020/2021 den gemeinsamen Weg fortsetzen: Der 35 Jahre alte Rechtshänder wechselte zum Ende der Transferfrist im Februar 2019 vom VfL Eintracht Hagen nach Wilhelmshaven. Nach dem Abstieg aus der 2. Handball-Bundesliga hatte Konitz einen großen Anteil am Erfolg der WHV-Mannschaft in der laufenden Drittliga-Saison.

„Bartosz besitzt mit seinem stetigen Fleiß selbst neben dem Mannschaftstraining eine große Vorbildfunktion in unserer Mannschaft. Mit seiner Flexibilität, Athletik und Erfahrung bringt er Qualitäten mit, die unserem Kader gut tun und ihn noch einmal auf ein anderes Level heben“, sagt WHV-Manager Dieter Koopmann zur Verlängerung.

Der flexibel einsetzbare Rückraumspieler zeigt sich ebenfalls glücklich, dass die Verlängerung zustande gekommen ist: „Meine Familie und ich fühlten uns von Anfang an wohl in Wilhelmshaven. Der WHV macht als Verein große Schritte nach vorne, und wir haben jetzt eine Mannschaft mit viel Potenzial zusammen, die in die 2. Bundesliga gehört. Ich freue mich auf die neue Saison und darüber, dass der WHV in dieser schwierigen Zeit zu seinen Spielern steht. Zusammen mit unseren Fans können wir hoffentlich bald wieder unsere Sportart Handball in der Nordfrost-Arena Wilhelmshaven genießen.“

Evgeny Vorontsov verlängert bis 2021

Evgeny Vorontsov (33) und der Wilhelmshavener Handballverein haben am Dienstag einen neuen Vertag für die kommende Spielzeit geschlossen, der für die zweite und dritte Liga seine Gültigkeit besitzt. Der torgefährliche Rechtsaußen spielt bereits seit der Saison 2009/2010 in Wilhelmshaven und hat alle Höhen und Tiefen mit dem Verein durchlebt.

„Ich freue mich sehr auf die weitere Zeit in Wilhelmshaven. Sowohl in der Mannschaft als auch im Umfeld des WHV fühle ich mich sehr wohl. Der Verein ist auf einem guten Weg und ich möchte auch in Zukunft meinen Teil dazu beitragen, die Ziele des WHV gemeinsam mit der Mannschaft umzusetzen“, so Vorontsov über seine Vertragsverlängerung und das entgegengebrachte Vertrauen des Vereins.

WHV-Geschäftsführer Florian Schulz freut sich ebenfalls über die Unterschrift des WHV-Urgesteins „Parallel zum Handball hat Evgeny Vorontsov auch beruflich in Wilhelmshaven Fuß gefasst. Diese Gewichtung wird sich sicher in den kommenden Jahren immer weiter dorthin verlagern. Trotzdem wird Evgeny uns sportlich und menschlich mit seiner Erfahrung auf dem Spielfeld auf jeden Fall weiter helfen. Er war in den vergangenen Jahren immer eine Konstante in unserer Mannschaft. Deswegen freuen wir uns, ihn noch mindestens ein weiteres Jahr auf dem Spielfeld im WHV-Trikot zu sehen.“

Rozman bleibt bis 2023

Tim Rozman bleibt dem Wilhelmshavener HV trau: Der Linkshänder hat seinen ursprünglich bis 2022 laufenden Vertrag nun vorzeitig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Rozman, der im vergangenen Sommer aus Balingen nach Wilhelmshaven gewechselt war, zählt zu den positiven Überraschungen im Team der Jadestädter, gelang es dem jungen slowenischen Rückraumspieler binnen kürzester Zeit, sich einem Platz in der Startsieben zu erkämpfen.

WHV-Manager Dieter Koopmann zeigt sich glücklich über die Vertragsverlängerung mit Rozman: „Der Weg des WHV soll auch in Zukunft immer ganz eng mit jungen Talenten verbunden bleiben, die hier in Wilhelmshaven eine Chance erhalten und sich Stück für Stück weiterentwickeln. Das trifft auch auf Tim Rozman zu. Deshalb freuen wir uns, das wir seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängern konnten.“

Auch der dynamische und wurfgewaltige Rozman freut sich, in den nächsten Jahren das WHV-Logo weiter auf der Brust tragen zu können: „Ich fühle mich super wohl in Wilhelmshaven. Ich glaube, wir können alle zusammen als Team noch viel erreichen. Alle im Verein arbeiten hart und mit voller Zielstrebigkeit, um wieder Bundesliga-Handball in Wilhelmshaven spielen zu können. Ich werde alles geben, um der Mannschaft und dem Verein dabei zu helfen, um so weit wie möglich nach oben zu kommen.“

Spitzenspiel fällt aus

Das für Samstag angesetzte Spitzenspiel in der 3 Handball-Liga Nord-West zwischen Tabellenführer Wilhelmshavener HV und Verfolger VfL Eintracht Hagen fällt aus. „Das Land Niedersachsen und die Stadt Wilhelmshaven haben Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern aufgrund der Corona-Virus grundsätzlich untersagt“, erklärt WHV-Manager Dieter Koopmann. „Wir hätten gegen Hagen mit mehr als 1500 Besuchern gerechnet und müssen die Partie demzufolge absagen.“

Zuvor hatten die Verantwortlichen in der Jadestadt noch überlegt, die Zuschauerzahl bei der Einlass-Kontrolle auf 999 zu begrenzen, um damit unter der oben genannten Marke von 1000 Besuchern zu bleiben. Koopmann: „Wir haben uns dann aber dagegen entschieden – nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus moralischen Gründen. Wir können und wollen nicht das Risiko eingehen, dass sich jemand bei uns in der Nordfrost-Arena mit dem Virus infiziert.“

Als möglichen Nachholtermin bringt Koopmann Ostersamstag, 11. April, ins Gespräch. „Wir müssen die Situation in den nächsten Tagen mit der spielleitenden Stelle und mit dem Gegner besprechen. Ostersamstag wäre aus meiner Sicht ein idealer Termin. Bereits gekaufte Tickets behalten bis dahin ihre Gültigkeit.“

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