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Spitzenspiel fällt aus

Das für Samstag angesetzte Spitzenspiel in der 3 Handball-Liga Nord-West zwischen Tabellenführer Wilhelmshavener HV und Verfolger VfL Eintracht Hagen fällt aus. „Das Land Niedersachsen und die Stadt Wilhelmshaven haben Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern aufgrund der Corona-Virus grundsätzlich untersagt“, erklärt WHV-Manager Dieter Koopmann. „Wir hätten gegen Hagen mit mehr als 1500 Besuchern gerechnet und müssen die Partie demzufolge absagen.“

Zuvor hatten die Verantwortlichen in der Jadestadt noch überlegt, die Zuschauerzahl bei der Einlass-Kontrolle auf 999 zu begrenzen, um damit unter der oben genannten Marke von 1000 Besuchern zu bleiben. Koopmann: „Wir haben uns dann aber dagegen entschieden – nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus moralischen Gründen. Wir können und wollen nicht das Risiko eingehen, dass sich jemand bei uns in der Nordfrost-Arena mit dem Virus infiziert.“

Als möglichen Nachholtermin bringt Koopmann Ostersamstag, 11. April, ins Gespräch. „Wir müssen die Situation in den nächsten Tagen mit der spielleitenden Stelle und mit dem Gegner besprechen. Ostersamstag wäre aus meiner Sicht ein idealer Termin. Bereits gekaufte Tickets behalten bis dahin ihre Gültigkeit.“

Derbysieg ins Ziel gerettet

Handball-Krimi vom Feinsten: Nach souveräner erster Halbzeit müssen die Handballer des Wilhelmshavener HV im emotionsgeladenen Derby beim OHV Aurich am Ende zittern. Nervenstark machten die Jadestädter in den entscheidenden Situationen die big points und setzten sich vor rund 1400 Zuschauern in der Sparkassen-Arena letztlich verdient mit 28:26 (15:10) Toren durch. Nun fehlt den „Köhrmännern“ noch ein Erfolg zum vorzeitigen Staffelsieg. Vor dem kommenden Duell mit Verfolger Eintracht Hagen (14. März, 19.30 Uhr, Nordfrost-Arena) heißt es also: Matchball WHV!

„In der ersten Halbzeit hat unsere Abwehr super funktioniert – da wäre sogar mehr als die 15:10-Pausenführung möglich gewesen“, sagte Trainer Christian Köhrmann. „Danach hat alles, was vorher gut war, plötzlich nicht mehr geklappt. Wir haben uns immer wieder rauslocken lassen und vorne einfach zu viele Bälle verworfen.“ Dadurch pirschten sich die tapfer kämpfenden Gastgeber immer wieder ran an den Favoriten. Den Ausgleich ließen die Gäste aber nicht zu: In Drucksituationen setzten vor allem Duncan Postel, Kuno Schauer und der spät eingewechselte Matej Kozul wichtige Akzente. Auch auf Torhüter Primoz Prost (16 Paraden) war wie immer Verlass. „Die vielen Fahrkarten haben uns unseren Vorsprung gekostet“, sagte Kozul nach dem Abpfiff. „Aurich hat uns wie erwartet alles abverlangt. Wir sind aber ruhig geblieben und haben uns immer wieder gute Abschlüsse erarbeitet.“

Das sah auch Köhrmann so: „Das einzig Positive war, dass wir die Drucksituationen – als der Gegner mehrfach auf ein Tor dran war – gut gelöst haben.“ Mit Domagoj Srsen und Bartosz Konitz musste der WHV kurzfristig auf zwei wichtige Eckpfeiler verzichten. Tobias Schwolow ging angeschlagen ins Derby und konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken, genau wie Rene Drechsler, der schon bessere Tage im WHV-Trikot erwischt hatte. Auf der Gegenseite überragte Frederick Lüpke im OHV-Kasten mit zahlreichen Paraden. „Schade, dass wir eine Halbzeit lang mit angezogener Handbremse gespielt haben“, sagte OHV-Coach Arek Blacha. „Danach haben wir toll gekämpft – das war Werbung für den Handball.“

OHV Aurich – W’havener HV 26:28 (10:15)
OHV:
Lüpke (11 Paraden), Kuksa; Groß 4, N. Pliuto 4, Crnic 4/3, Cuk, Wendlandt 4, de Buhr 3, Schweigart 3/2, Hertlein 2, Günsel 1, Staszewski 1.
WHV: Prost (16), Grunz; Pust 5, Ten Velde 4, Rozman 4, Schauer 4, Kozul 2, Schwolow 2, Postel 2, Delic 2/1, Vorontsov 2/1, Sabljic 1, Drechsler, Konitz, Srsen.
Schiedsrichter: Bona/Frank
Zuschauer: 1400
Strafwürfe: 7/5 – 4/2
Strafminuten: 4 – 10

Heißes Herz und kühler Kopf

Noch zwei Siege fehlen den Handballern des Wilhelmshavener HV zum Staffelsieg in der 3. Liga Nord-West: Einen davon wollen die Jadestädter heute Abend erringen – und zwar im vorgezogenen Derby beim ostfriesischen Nachbarn OHV Aurich (Anwurf Sparkassen-Arena um 20 Uhr). Mit einem Erfolg beim Ligavierten wollen sich die „Köhrmänner“ ihren ersten Matchball erarbeiten und diesen am Samstag, 14. März, im Heimspiel gegen Verfolger Eintracht Hagen auch nutzen.

„Die Halle wird voll, es wird laut und hektisch – genau für diese Spiele lebst du als Handballer“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann vor dem Derby. „Wir freuen uns auf die Herausforderung. Aurich wird alles reinhauen, meine Jungs sind gefordert, auch emotional voll dagegenzuhalten. Aber wir müssen gleichzeitig auch kühlen Kopf bewahren und im richtigen Moment die richtige Entscheidungen treffen.“ Im Hinspiel gelang den Jadestädtern dieser Spagat – wenn auch erst in der zweiten Halbzeit. Nach durchwachsener erster Hälfte stand am Ende dank überragender Defensivleistung ein klarer 34:20-Erfolg zu Buche.

Dass die Jadestädter auch heute Abend im Rückspiel der klare Favorit sind, ist klar. Und dieser Rolle wollen Kapitän Tobias Schwolow & Co. auch gerecht werden. Schwolow selbst war zu letzt noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte, wird in der Sparkassen-Arena aber ebenso auflaufen wie Abwehr-Stratege Domagoj Srsen, der zuletzt gegen Schalksmühle geschont wurden. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Angelo Grunz – als zweiter Keeper hinter Primoz Prost stünde (wie zuletzt) Levin Stasch aus dem Verbandsliga-Team bereit.

Ein Wiedersehen gibt es für den WHV und die zahlreichen Fans, die die Mannschaft heute nach Aurich begleiten werden, mit den ehemaligen Spielern Frederik Lüpke, Jonas Schweigart, Christoph Groß und Oliver Staszewski. Alle vier trugen in unterschiedlichen Spielklassen schon einmal das Trikot der Jadestädter. Mit Jonas Wark steht ein weiterer gebürtiger Wilhelmshavener im Kader des OHV. Die Generalprobe haben die Ostfriesen vergangenen Sonntag in den Sand gesetzt: Die Bergischen Panther nahmen beim knappen 24:23-Erfolg beide Zähler mit auf die Heimfahrt nach Wermelskirchen.

Juan de le Pena nächster Neuzugang

Handball-Drittligist Wilhelmshavener HV arbeitet weiter mit Hochdruck an der Mannschaft für die kommende Saison: Nach den Verpflichtungen von Jens Vortmann (Leipzig/Tor) und Nils Torbrügge (Wetzlar/Kreis) haben die Jadestädter nun erneut auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit dem Spanier Juan de la Pena einen neuen Spielmacher unter Vertrag genommen: Der 23-jährige Rückraumspieler, aktuell noch in Diensten des Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten, hat bei den Norddeutschen einen Dreijahresvertrag unterschrieben, der (im Falle des Nichtaufstiegs) auch für die 3. Liga gilt.

„Wir haben uns schon im vergangenem Winter mit Juan de la Pena beschäftigt, er hat sich dann aber für einen Wechsel vom SC Magdeburg nach Balingen entschieden“, sagt WHV- Manager Dieter Koopmann. „Dass wir ihn jetzt von einem langfristigen Engagement in Wilhelmshaven überzeugen konnten, freut uns sehr. Juan ist ein sehr vielseitiger Spieler, der trotz seines jungen Alters schon über internationale Erfahrung verfügt. Wir danken den Verantwortlichen in Magdeburg und Balingen, dass sie dem Spieler keine Steine in den Weg gelegt haben.“

Der Spanier steht bei der HBW Balingen-Weilstetten noch bis Sommer 2021 unter Vertrag und sollte im Anschluss sein Engagement in Magdeburg (bis 2023) fortsetzen. Da beide Erstligisten jetzt auf ihre Anschlussverträge verzichteten, wurde der Weg für einen Wechsel an die Jade frei. Juan de la Pena gewann mit der spanischen Junioren-Nationalmannschaft die U21-WM 2017 und wurde im Anschluss zum besten Spieler des Turniers gewählt. Aktuell erholt sich der 23-Jährige noch von den Folgen einer Kreuzband-Operation.

Spitzenreiter marschiert weiter

Auf dem Weg zum Staffelsieg in der 3. Liga Nord-West haben sich die Handballer des Wilhelmshavener HV auch von den Drachen der SG Schalksmühle-Halver nicht aufhalten lassen: Der souveräne Spitzenreiter gewann die Partie am Samstag klar mit 34:23 (17:13) Toren und feierte damit den zwölften Heimsieg in Serie. Vor knapp 1100 Zuschauern in der Nordfrost-Arena legte Neuzugang Vedran Delic mit sechs Toren ein gelungenes Heimdebüt aufs Parkett.

Probleme mit den Gästen, die dem WHV in der Hinrunde ein 28:28-Unentschieden abgetrotzt hatten, hatten die Jadestädter nur in der Anfangsphase. „Wir waren wir in der Abwehr nicht aufmerksam genug und hatten vor allem auf der rechten Seite große Probleme“, sagte Trainer Christian Köhrmann. „Zum Glück haben wir das im Laufe der ersten Halbzeit in den Griff bekommen.“ 8:8 hieß es nach 17 Minuten, ehe der WHV – angeführt vom erneut spielfreudigen Bartosz Konitz – über 10:9 auf 14:9 (25.) davonzog. Kurz vor der Pause hatten die Gastgeber noch die Chance zum 18:12. Da der Kempa-Versuch aber misslang und der Gast ins leere Tor traf, hieß es zur Halbzeit „nur“ 17:13.

Nach dem Wechsel hielten den Drachen den Viertore-Rückstand noch bis zur 37. Minute konstant – danach gab es aber kein Halten mehr. Köhrmann brachte frische Kräfte auf die Platte und während den Gästen langsam aber sicher der Sprit ausging, hielt der WHV Tempo und Konzentration hoch und zog bis zur 49. Minute auf 29:19 davon. Auch Neuzugang Vedran Delic gab einige Kostproben seines Könnens und steuerte am Ende als bester Werfer des Abends sechs Tore (drei von der Linie) zum klaren 34:23-Heimerfolg seiner Mannschaft bei.

„Das war mein erstes Spiel in der Nordfrost-Arena, und es hat mir sehr gut gefallen“, sagte der Linksaußen nach dem Abpfiff. „Toll, dass uns die Zuschauer so lautstark unterstützt haben. Das macht Lust auf die nächsten Spiele. Ich freue mich sehr, hier in Wilhelmshaven zu sein und wurde von den Jungs super aufgenommen.“ Fünf Spieltage vor Saisonende hat der WHV weiter sechs Punkte Vorsprung auf Verfolger Eintracht Hagen. Heißt: Gewinnen die Jadestädter am Mittwoch in Aurich und im Anschluss auch das direkte Duell mit den Hagenern (14. März), ist der Staffelsieg schon vorzeitig sicher.

W’havener HV – SG Schalksmühle-Halver 34:23 (17:13)
WHV:
Prost (1.-50./7 Paraden) ,Stasch (ab 50./2); Delic 6/3, Pust 5, Schauer 4, Konitz 4, Rozman 3, Drechsler 3, Ten Velde 3, Postel 2, Sabljic 2, Vorontsov 1, Schwolow 1, Srsen.
SG: Vukas (1.- 41./6), Borchert (ab 41./3), Klasmann 6/2, Schet-ters 5, Frenzel 5/2, Spannekrebs 4, Tubic 2, Hüller 1, Hecker, Brüning, Bekston, Diehl, Merhar
Schiedsrichter: Bargmann/Stein
Zuschauer: 1083
Strafwürfe: 4/3 – 6/4
Strafminuten: 6 – 6

45 starke Minuten im Lipperland

Handball-Drittligist Wilhelmshavener HV hat seinen Vorsprung an der Spitze der Nord-Weststaffel einmal mehr behauptet: Nach dem ungefährdeten 30:26 (18:12)-Erfolg bei der Bundesliga-Reserve des TBV Lemgo haben die Jadestädter weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Eintracht Hagen. Bester Werfer der Gäste, die kurzfristig auf gleich drei Stammkräfte verzichten mussten, war Spielmacher Kuno Schauer mit sieben Toren.

Im Gegensatz zu den meisten Auftritten in dieser Saison zeigten sich die Jadestädter beim Gastspiel im Lipperland von der ersten Minute an „griffig“. Mit aggressiver Abwehrarbeit und konsequent ausgespielten Angriffen erarbeitete sich der WHV schnell eine Führung. Das Team Lippe II hielt aber dagegen und ließ sich die Jadestädter lange Zeit nicht wirklich davonziehen. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit gelang es dem Spitzenreiter, sich deutlicher abzusetzen. Die 18:12-Pausenführung war der verdiente Lohn nach einer der besten ersten Halbzeiten in dieser Saison.

„Im ersten Durchgang und auch in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit hatten wir eine gute Körpersprache“, zeigte sich auch WHV-Trainer Christian Köhrmann einverstanden. „Auch die Aggressivität in der Abwehr hat mir sehr gut gefallen.“ Nach 45 Minuten (es stand inzwischen 26:17 für die Gäste) musste der kleine WHV-Kader (es fehlten Tobias Schwolow, Domagoj Srsen und Tim Rozman) dem hohem Tempo dann mehr und mehr Tribut zollen. Fehler schlichen sich ein, die die Gastgeber – auch der dank der nun offensiven 3:2-1-Deckung – immer wieder zu leichten Toren nutzten. So schmolz der Vorsprung der Gäste noch auf vier Tore zusammen, der Sieg im Lipperland geriet aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Team Lippe II – Wilhelmshavener HV 26:30 (12:18)
Lippe II: Wetzel (1.-19./5 Paraden), Zecher (ab 19./2); Schalles 8/2, Hangstein 6/1, Reitemann 5, Rose 3, Geis 2, Tironzelli 1, Schmidt 1, Hinsch, Hansen.
WHV: Prost (1.-44./11), Grunz (ab 44/5); Schauer 7, Drechsler 5, Postel 4, Pust 3, Ten Velde 3/1, Kozul 2, Konitz 2, Sabljic 2, Vorontsov 1, Delic 1/1, Rozman, Srsen.
Schiedsrichter: Kijowsky/Strüder
Zuschauer: 500
Strafwürfe: 4/3 – 2/2
Strafminuten: 4 – 12

Köhrmann fordert mehr Aggressivität

Im Lipperland wollen die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV am Abend die nächsten beiden Punkte
einfahren. Ab 18 Uhr ist der souveräne Spitzenreiter der Nord-Weststaffel beim Team Handball Lippe II zu
Gast. Trotz des zuletzt klaren Heimerfolgs über den TuS Volmetal war Trainer Christian Köhrmann mit dem
Auftritt seines Teams nicht rundum zufrieden: „In Sachen Aggressivität hat mir die erste Habzeit wieder mal
überhaupt nicht gefallen. Diese Defizite wurden nun schon mehrfach angesprochen – langsam muss es einfach
mal Klick machen.“

In der Tat ist dieser rote Faden im Spiel der Jadestädter nicht zu übersehen: Nach verhaltener erster
Halbzeit drehen Stanko Sabljic & Co. erst nach dem Seitenwechsel so richtig auf. „Das reicht mir einfach
nicht“, sagt Köhrmann mit Blick auf die kommenden Partien gegen die Top-Teams aus Hagen, Schalksmühle und
Aurich – oder eben auch auf das heutige Gastspiel im Lipperland. Die Bundesliga-Reserve des TBV Lemgo zählt
als Sechster zur erweiterten Spitzengruppe der Liga. Köhrmann: „Da ist reichlich Talent vorhanden. Nicht
umsonst bekommt der ein oder andere Spieler auch schon mal Einsätze in der 1. Bundesliga.“

Durch die Rückkehr von Evgeny Vorontsov, der heute nach längerer Verletzungspause sein Comeback geben wird,
und die Verpflichtung des Kroaten Vedran Delic (als Ersatz für den verletzten Sebastian Maas) kann Köhrmann
heute im Lipperland personell aus dem Vollen schöpfen. Bartosz Konitz und Kapitän Tobias Schwolow haben nicht
das volle Wochen-Trainingsprogramm absolviert, werden ihrem Team aber zur Verfügung stehen. „Ich erwarte
eine konzentrierte Leistung – gerade in der Abwehr“, fordert Köhrmann. „Der Gegner ist im Rückraum sehr
torgefährlich und spielt gerne über den Kreis. Das müssen wir unterbinden – und zwar sofort, nicht erst
irgendwann.“

Delic kommt als Maas-Ersatz

Handball-Drittligist Wilhelmshavener HV hat auf den Langzeitausfall seines Linksaußens Sebastian Maas reagiert und den Kroaten Vedran Delic unter Vertag genommen. Der 29-Jährige wechselt vom Bosnischen Erstligisten RK Izvidac Ljubuski an die Jade und hat beim Spitzenreiter der Nord-Weststaffel einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben.

Nicht nur in Bosnien, auch in der international renommierten SEHA-Liga machte Delic mit zahlreichen Toren auf sich aufmerksam. Ein weiterer Vorteil des 1,88 Meter großen Rechtshänders: Er kann in der Abwehr auch auf der Halbposition eingesetzt werden. „Vedran hat sich in den letzten Tagen gut in unser Team integriert und hat dank seiner kroatischen Mannschaftskollegen schnell den Anschluss gefunden“, sagt WHV-Geschäftsführer Florian Schulz. Und Maik Menninga ergänzt: „Als die schwere Verletzung von Sebastian Maas feststand, war uns sofort klar, dass wir reagieren müssen. Wir haben hochgesteckte Ziele, das Risiko mit nur einem gesunden Linksaußen war einfach zu hoch.“

Dank guter Kontakte zu den Verbänden hat WHV-Manager Dieter Koopmann eine sofortige Spielberechtigung für den kroatischen Neuzugang erwirkt. Das heißt, Delic wird sein neues Team schon morgen Abend (18 Uhr in Augustdorf) im Gastspiel beim Team Lippe II unterstützen. „Wir freuen uns, dass es Dieter Koopmann so schnell gelungen ist, mit Vedran Delic einen hochwertigen Ersatz für die linke Außenbahn zu verpflichten“, so Menninga und Schulz.

Nur eine Halbzeit überzeugend

Revanche geglückt, 39:23-Kantersieg: Trotzdem waren die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV nach Abpfiff des Heimspiels gegen den TuS Volmetal nicht restlos zufrieden. Grund dafür war eine schwache erste Halbzeit, in der der Spitzenreiter in der Defensive viel zu viel zu- und den personell dezimierten Gegner damit lange Zeit im Spiel hielt. „Wir haben über weite Strecken schläfrig agiert und uns viel zu wenig bewegt“, kritisierte Köhrmann das Abwehrverhalten seines Teams. „Deshalb ist es in der Halbzeitpause in der Kabine auch etwas lauter geworden.“

Die Standpauke des Trainers sollte ihre Wirkung jedenfalls nicht verfehlen: Nach dem Seitenwechsel (18:15) drehten die Jadestädter mächtig auf und ließen den Gästen nicht den Hauch einer Chance. „Die Leistung aus den ersten 30 Minuten konnten wir nicht auf uns sitzen lassen“, sagte Yannick Pust, mit 14 Toren bester WHV-Abwehr des Abends, nach dem Abfiff. „Wir wollten vor allem im Innenblock kompakt stehen, was uns speziell in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht gelungen ist. Warum? Das müssen wir jetzt analysieren.“

Auch Bartosz Konitz, der das WHV-Spiel auf der Rückraum Mitte klug derigierte und dabei selbst sieben Treffer erzielte, war nach der Revanche nur bedingt zum Feiern zumute: „Wir können nicht immer warten, bis der Gegner anfängt, die Bälle wegzuwerfen.“ Im aktuellsten Fall dauerte es bis zur 35. Minute, ehe Volmetal gegen deutlich aggressivere Jadestädter den Faden verlor und im Minutentakt ausgekontert wurde. So wurde aus einem 21:17 schnell ein 26:17 (44.). Und weil der WHV-Express auch in der Schlussviertelstunde nicht am Tempo verlor, wurde die 40-Tore-Marke erneut nur knapp verpasst.

„Nach der Pause haben wir das gut gemacht“, zeigte sich Köhrmann mit Durchgang zwei einverstanden. Neben Pust und Konitz zeigte auch Rene Drechsler im rechten Rückraum weiter ansteigende Form. Auf konstant hohem Niveau präsentierte sich einmal mehr Torhüter Primoz Prost mit 15 Paraden in 45 Minuten. Dem stand Angelo Grunz nach seiner Einwechslung zahlenmäßig kaum noch (7).

W’havener HV – TuS Volmetal 39:23 (18:15)
WHV:
Prost (1. – 45./15 Paraden), Grunz (ab 45./7); Pust 14, Konitz 7, Ten Velde 7/1, Drechsler 4, Schauer 3, Sabljic 2, Rozman 1, Postel 1, Srsen, Schwolow.
TuS: Quick (1. – 24., ab 46. und bei einem 7m/6), Michel (24. – 46./6); König 7/2, Kowalski 5, Stange 3, Heidemann 3, Kaufmann 2, Moog 1, Schnepper 1, Pfänder 1, Kähler, Treude.
Schiedsrichter: Sakovski/Schneider
Zuschauer: 1018
Strafwürfe: 2/1 – 4/2
Strafminuten: 2 – 2

Heute Revanche gegen Volmetal

Von 20 Punktspielen haben die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV bislang nur ein einziges verloren und zwar am 5. Oktober 2019 beim damaligen Schlusslicht der Nord-West-Staffel, TuS Volmetal. Für diese – seinerzeit völlig verdiente – 26:27-Niederlage will sich der Spitzenreiter heute Abend im Rückspiel (Anwurf 19.30 Uhr, Nordfrost-Arena) revanchieren. „Wir haben im Hinspiel nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen hatten“, erinnert sich WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Das wird uns kein zweites Mal passieren.“

Ursächlich für die Hinspiel-Pleite war für Köhrmann vor allem die (fehlende) Abwehrarbeit. „Ich habe jegliche Aggressivität vermisst. Statt die Gegenspieler zu attackieren, haben wir mit den Hacken am Kreis gestanden und versucht, die Würfe nur zu blocken. Dabei haben wir auch unsere Torhüter im Stich gelassen. Die Taktik sah vollkommen anders aus. Warum wir das nicht wie geplant umgesetzt haben, ist mir bis heute noch ein Rätsel.“

In Ahlen hatte Bartosz Konitz zuletzt krankheitsbedingt gefehlt, heute Abend wird der polnische Rückraumspieler wieder im Kader der Jadestädter stehen. „Bartosz ist schon am Montag ins Training zurückgekehrt und hat das volle Programm absolviert“, sagt der Coach. „Seinem Einsatz steht also nichts im Weg.“ Etwas gedulden muss sich Evgeny Vorontsov noch: Kommenden Montag soll der Linkshänder, der wochenlang aufgrund einer Knieverletzung gefehlt hatte, wieder ins Teamtraining einsteigen. Sebastian Maas, der sich am vergangenen Samstag in Ahlen am Knie verletzt hatte, wird kommende Woche in Kiel am Kreuzband operiert. Wie lange der 30-jährige Linksaußen danach ausfallen wird, hängt maßgeblich vom Heilungsprozess ab.

In Gedenken an den kürzlich verstorbenen Hauptsponsor des WHV, Horst Bartels (Chef der Firma Nordfrost), wird es heute zu Beginn des Spiels eine Schweigeminute geben. „Wir sind tief betroffen über den Verlust und trotzdem voller Dankbarkeit für die Unterstützung, die uns Horst Bartels in den letzten Jahrzehnten immer gewährt hat“, sagt WHV-Manager Dieter Koopmann. „Wir verlieren nicht nur einen hochgeschätzten Unternehmer und Gönner der hiesigen Sportszene, sondern auch einen guten Freund. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Ursula und bei seiner Familie.“