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Verdienter Punkt in Aue

Wichtiger Punkt im Abstiegskampf für die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV:  Eine Woche nach der unglücklichen Heimniederlage gegen den ThSV Eisenach zeigten sich die Jadestädter im Gastspiel beim EHV Aue gut erholt und nahmen nach 60 kampfbetonten Minuten beim 29:29 (12:13)-Remis einen Punkt aus der Erzgebirgshalle mit. Tobias Schwolow traf neun Sekunden vor dem Ende zum verdienten Ausgleich.

Trotz der schwierigen Vorbereitung auf diese Partie – mit vielen verletzten bzw. erkrankten Spielern – war die Köhrmann-Sieben von der ersten Sekunde an hellwach. „Wir haben vorne sehr ordentlich gespielt und hinten stark verteidigt“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann. Dass sich die Gäste trotzdem nicht von den abstiegsdegrohten Sachsen absetzen konnten, lag an der schlechten Chancenverwertung. Köhrmann: „Wenn wir die freien Bälle reinwerfen, liegen wir zur Pause mit zwei, drei Toren vorne.“

Da die Gelegenheiten aber mehrheitlich ungenutzt blieben, hatte Aue die Nase beim Seitenwechsel knapp vorne (13:12). Danach aber wendete sich das Blatt zu Gunsten der Jadestädter, vor allem der starke Evgeny Vorontsov hatte großen Anteil an der 22:20- Führung seines Teams (45.) – für Sicherheit im WHV-Spiel sorgte der Vorsprung aber nicht. Im Gegenteil: Einigen WHV-Akteuren (vor allem den angeschlagenen) schien nun langsam der Sprit auszugehen. Aue kämpfte verbissen weiter und legte in der Schlussphase bei doppelter Überzahl ein 29:27 vor.

Kay Smits hielt den WHV aber mit seinem achten Tor im Rennen und weil Frederick Lüpke im Gegenzug einen EHV-Torwurf entschärfte, bot sich den Gästen mit dem letzten Angriff die Chance, wenigstens einen Punkt aus dem Erzgebirge mitzunehmen. Diese Gelegenheit ließ sich Schwolow nicht entgehen und glich neun Sekunden vor dem Ende zum 29:29 aus. Der letzte Auer Angriff verpuffte wirkungslos. „Auswärts einen Punkt mitzunehmen, ist immer gut“, bilanzierte Köhrmann. „Vor allem bei unserer angespannten Personalsituation. Die Jungs haben auf die Zähne gebissen und sich den Punkt hier in Aue redlich verdient.“

EHV Aue – W’havener HV 29:29 (13:12)
Aue: Töpfer (1. – 44/8 Paraden), Wetzel (ab 44./1); Meinhardt 9/5, Pechstein 6, Roch 5, Faith 3, Remke 2, Bornhorn 2, Dumcius 1, Jungemann 1, Schäfer, Ebert, Petreikis, Mägi, Schneider, Roth.
WHV: Doden (1. – 14.), Lüpke (ab 14./7); Smits 8/4, Vorontsov 7, Schwolow 6, Ten Velde 3, Postel 3, Kalafut 1, Köhler 1, Maas, Lehmann, Kozul, Wolterink, Andrejew.
Schiedsrichter: Dedens/Geckert
Zuschauer: 1400
Starfwürfe: 6/5 – 5/4
Strafminuten:  8 – 8

Köhrmann fordert Steigerung

Im Gastspiel beim EHV Aue wollen sich die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV heute am späten Nachmittag (Anwurf 17 Uhr) für die unglückliche 24:25-Heimniederlage gegen den ThSV Eisenach rehabilitieren. „Viele Dinge, die ich gegen Eisenach gesehen habe, haben mir überhaupt nicht gefallen“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Wir haben die Chance verpasst, uns weiter von der Abstiegszone abzusetzen. Mit Blick auf das heutige Spiel in Aue erwarte ich von meiner Mannschaft eine klare Steigerung.“

Personell gibt es beim WHV vor dem Anpfiff aber noch einige Fragezeichen – und zwei definitive Ausfälle. Köhrmann: „Matej Kozul und Rene Drechsler werden uns weiterhin fehlen. Beide haben nach ihren Muskelfaserrissen noch nicht wieder trainiert.“ Tobias Schwolow, Sebastian Maas und Duncan Postel konnten grippebedingt nur sehr dosiert trainieren. Angeschlagen sind auch Janik Köhler (Wade) und Torhüter Dennis Doden (Gehirnerschütterung) – beide sind aber unter der Woche wieder ins Training eingestiegen und werden heute in Aue dabei sein.

Mit Blick auf den Kampf um den Klassenerhalt hat die Partie in der Erzgebirgshalle sicherlich richtungsweisenden Charakter, wobei die Gastgeber nach der Niederlage in Konstanz noch stärker unter Druck stehen als der WHV. Aktuell haben die Jadestädter (12.) vier Zähler Vorsprung auf die Sachen (17.) und wenn es nach Köhrmann geht, soll sein Team die gute Ausgangsposition mit einem doppelten Punktgewinn weiter ausbauen. „Wir haben im Vorjahr schon bewiesen, dass wir in Aue gewinnen können“, sagt der WHV-Coach. „Wir haben nicht optimal trainiert und die Vorzeichen sind heute sicher auch nicht die allerbesten. Aber wir haben das Potenzial, in Aue zu bestehen.“     

Viel riskiert, alles verloren

Im Heimspiel gegen den ThSV Eisenach setzten die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV in der Schlussphase beim Stand von 24:24 alles auf eine Karte. Ohne Erfolg: Der letzte Angriff verpuffte wirkungslos, Adrian Wöhler warf den Ball ins leere WHV-Tor und ließ die Thüringer am Ende jubeln. Bitter für die Jadestädter, die bereits einen Punkt sicher hatten.

„Wir haben einfach nicht den Handball gespielt, der uns zuletzt ausgezeichnet hat“, sagte ein enttäuschter Tobias Schwolow nach dem Abpfiff. Auch Kapitän Sebastian Maas trauerte der verpassten Chance nach: „Wir hatten wirklich alle Möglichkeiten, dieses wichtige Spiel zu gewinnen, haben unsere Chancen aber leider nicht genutzt. Die Punkte hätten wir im Kampf um den Klassenerhalt wirklich gut gebrauchen können.“

Die Jadestädter taten sich von Beginn an schwer in der Offensive und scheiterten entweder an der massiven Eisenacher 6:0-Abwehr, oder an Keeper Stanislaw Gorobtschuk, der vor allem in der Anfangsphase häufig zur Stelle war. So legten die Thüringer, die sich im Angriff auf den treffsicheren Linkshänder Alexander Saul verlassen konnten, im ersten Durchgang stets ein, oder zwei Tore vor. Zur Pause hieß es 11:10 für die Gäste.

Nach dem Wechsel schien die Partie dann aber doch noch den erhofften Verlauf zu nehmen: Nach dem 13:13 -Ausgleich sorgten Schwolow und Kay Smits für die 19:15-Führung. Weitere Möglichkeiten, den scheinbar komfortablen Vorsprung weiter auszubauen, wurden allerdings vergeben. Und so kämpften sich die Eisenacher tatsächlich noch einmal zurück in die Partie und gingen kurz vor Schluss durch Tor Nummer elf von Saul sogar mit 24:23 Toren in Führung.

Nach dem Ausgleich durch Schwolow und einer der wenigen Paraden von Frederick Lüpke wollten die Jadestädter (in Unterzahl) den Spieß in der Schlussphase noch einmal umdrehen. Oliver Köhrmann, der seinen erkrankten Bruder Christian auf der Trainerbank vertrat, entschied sich dafür, den letzten Angriff mit sechs Feldspielern zu spielen. „Die Abspachen waren klar, Tobi sollte werfen“, sagte der sportliche Leiter des WHV nach dem Spiel. „Das hat soweit auch alles geklappt. Warum wir aber unseren Torhüter nicht wieder rechtzeitig auf die Platte gebracht haben, kann ich nicht verstehen. Eine ärgerliche und absolut unnötige Niederlage.“

W’havener HV – ThSV Eisenach 24:25 (10:11)
WHV: Doden (1. – 23./3 Paraden), Lüpke (ab 23./3); Smits 8/3, Schwolow 6, Maas 3, Vorontsov 3, Kalafut 2, Postel 2, Köhler, Andrejew, Ten Velde n.e., Lehmann n.e., Schweigart n.e., Wolterink n.e.
ThSV: Gorobtschuk (1. – 35./7); Redwitz (ab 35./5); Saul 11/2, Wöhler 4, Meoki-Extebeste 3, Schliedermann 3, Popa 2, Niemeyer 2, Iffert, Küstner, Miljak, Hansen, Richardt, Streckhardt.
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro (Diepholz)
Zuschauer: 1147
Strafwürfe: 3/3 –  2/2
Strafminuten: 2 –  2

WHV will nachlegen

Nach zuletzt drei Punkten beim ersten Doppelspieltag des Jahres wollen die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV heute Abend ihren Heimvorteil zu zwei weiteren wichtigen Punkten im Kampf um den Klassenerhalt nutzen. Zu Gast in der Nordfrost-Arena ist ab 19.30 Uhr der ThSV Eisenach. „Die Auftritte gegen Hamm und in Dessau haben mir zuletzt sehr gut gefallen“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Heute gilt es, an diese Leistungen anzuknüpfen und zwei weitere Punkte nachzulegen.“

Die Vorzeichen sind allerdings alles andere als optimal, den personell müssen die Jadestädter heute Abend einige Abstriche machen: Neben Rene Drechsler, der nach seinem Muskelfaserriss noch nicht wieder ins Training eingestiegen ist, wird mit Matej Kozul ein weiterer Leistungsträger verletzungsbedingt fehlen. Köhrmann: „Matej hat sich im Mittwoch-Training bei einem Zweikampf verletzt und kann heute leider nicht dabei sein.“ Ein dickes Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Kreisläufer Duncan Postel, der sich mit einer Grippe herumplagt. Ob der Niederländer dabei sein kann, entscheidet sich erst kurz vor dem Anpfiff.

Zumindest Daniel Andrejew ist nach seiner Sprunggelenks-Blessur wieder fit und kann helfen, gegen die Thüringer zwei weitere wichtige Punkte zu erringen. Die Gäste reisen als Tabellenvorletzter an und gehen heute ebenfalls ersatzgeschwächt ins Rennen. Ein Selbstläufer wird die Partie für den WHV deshalb aber noch lange nicht: Acht ihrer zwölf Punkte hat die Mannschaft von ThSV-Trainer Arne Kühr in fremder Halle geholt und zuletzt auch in Würzburg beim 24:22-Erfolg bei den Rimpar Wölfen überrascht. Köhrmann: „Eisenach hat einen sehr breit aufgestellten Kader, der zahlreiche Möglichkeiten bietet. Genau wie im Hinspiel werden wir alles reinhauen müssen, wenn wir uns gegen die Thüringer behaupten wollen. Und wir brauchen natürlich auch die Unterstützung unserer Fans.“  

Big Points für den WHV

Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben den ersten Doppelspieltag des neuen Jahres mit drei von vier möglichen Punkten beendet: Zwei Tage nach dem starken 28:28-Heimremis gegen das Top-Team aus Hamm setzten sich die Jadestädter am Sonntag unerwartet deutlich mit 33:26 (14:14) Toren beim Dessau-Roßlauer HV durch. Evgeny Vorontsov und Kay Smits steuerten jeweils neun Tore zum Sieg in der Dessauer Anhalt- Arena bei.

„Das war ein unglaublicher Kraftakt des Teams und eine geschlossene Mannschaftsleistung“, freute sich WHV-Trainer Christian Köhrmann über den Auftritt seiner Jungs. Dessau drückte von Beginn aufs Tempo und erspielte sich schnell einen knappen Vorsprung. Der WHV ließ sich aber vom frühen Rückstand nicht verunsichern. Außerdem zahlte sich der frühe Torwartwechsel aus: Frederick Lüpke rückte nach einer guten Viertelstunde für Dennis Doden zwischen die Pfosten und war in der Folge ein sicherer Rückhalt seines Teams. Köhrmann: „Freddy hat da weitergemacht, wo Dennis gegen Hamm aufgehört hat.“

Nach dem Seitenwechsel (14:14) stand die Partie noch bis zur 43. Minute auf des Messers Schneide (21:21), ehe die Jadestädter zum entscheidenden Schlag ausholte: Duncan Postel, Janik Köhler, der starke Vorontsov und Sebastian Maas warfen ihr Team mit 25:21 in Front. Als Doden dann einen Dessauer Strafwurf entschärfte, war der Bann engültig gebrochen: Maas (3), Vorontsov (3), Tobias Schwolow und Smits brachten den dritten Auswärtssieg des WHV unter Dach und Fach. „Am Ende hatten wir dann mehr Körner als der Gegner“, sagte Köhrmann. „Das war eine Demonstration von Kraft und Willen.“

Zwei wichtige Zähler, wenn man sich die Ergebnisse der direkten Konkurrenz anschaut: Neben den Jadestädtern punkteten auch Hagen, Dresden, Aue und die HSG Konstanz. Durch die drei Punkte vom Wochenende hat der WHV, der nun Tabellenplatz 13 belegt, den Abstand zum ersten Abstiegsplatz auf sechs Zähler erhöht.  

Dessau-Roßlauer HV – W’havener HV 26:33 (14:14)
DRV: Ambrosius (1.-45./16 Paraden), Döhler (46.-60./2); Pavlicek 4/3, Wasielewski 4, Hornicke 3, Zimmermann 3, Schmidt 2, Hanisch 2, Stryc 2, Pfeiffer 2, Sohmann 2, Vanco 2, Sliwka, Hanner, Milkow, Zahradnicek
WHV:  Doden (1.-13./3), Lüpke (ab 14./16); Vorontsov 9, Smits 9/2, Maas 5, Schwolow 3, Postel 3, Kalafut 2, Köhler 1, Kozul 1, Lehmann, Andrejew, Wolterink
Schiedsrichter: Linker/Schmidt (Herne)
Zuschauer: 1186
Strafwürfe: 3/6 – 2/2
Strafminuten: 8 – 6

Drei Sekunden fehlen zum Sieg

Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben im Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen den Sieg nur hauchdünn verpasst: Nach 60 spannenden Minuten in der Nordfrost-Arena hieß es 28:28 (12:15) unentschieden. Der überragende Kay Smits hatte den WHV sieben Sekunden vor dem Ende mit 28:27 in Führung geworfen – Lukas Blohme sicherte dem Ligadritten im Gegenzug den unter dem Strich verdienten Punktgewinn.

Nach ausgeglichener Anfangshase waren die Gäste über weite Strecken der ersten Halbzeit das bessere Team. Der WHV ließ im Angriff die nötige Geduld vermissen und schloss einige Angriffe zu unvorbereitet ab – Hamm konterte konsequent und erspielte sich so einen knappen Vorsprung. Dennis Doden hielt die Gastgeber in dieser Phase im Spiel, den 12:15-Pausenrückstand gegen seinen Ex-Club konnte aber auch der reaktionsschnelle WHV-Keeper nicht verhindern.

Nach dem Wechsel steigerten sich der Jadestädter dann: Die Abwehr stand nun sicherer und auch im Angriff spielten Smits & Co. ihre Konzepte jetzt auf den Punkt. Nach dem Ausgleich von Smits entwickelte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Gäste stets mit einem Tor vorne sah – bis zur letzten Minute: Der starke Tobias Schwolow hatte zu 27:27 ausgeglichen, Doden parierte und im Gegenzug sorgte Smits für die erste WHV-Führung an diesem Abend. 

Zum Sieg sollte es aber nicht reichen: Hamm brachte den siebten Feldspieler und Blohme netzte von Rechtsaußen kaltschnäuzig zum Ausgleich ein. „Wir haben eine Topleistung gebracht und standen kurz vor dem Sieg“, bilanzierte WHV-Keeper Christian Köhrmann, der nicht nur auf den verletzten Rene Drechsler, sondern auch auf Daniel Andrejew verzichten musste, der sich im Abschlusstraining am Sprunggelenk verletzt hatte. „Im ersten Durchgang haben wir noch zu viele Fehler gemacht. Die zweite Hältfe war dann Klasse. Schade, dass es am Ende nicht zu Sieg gereicht hat. Betrachtet man aber die kompletten 60 Minuten, können beide Seiten sicher gut mit dem einen Punkt leben.“

Zum zweiten Teil des Doppelspieltags sind die Jadestädter am Sonntag ab 17 Uhr zu Gast beim Dessau-Roßlauer HV, der am Freitag beim VfL Lübeck-Schwartau mit 23:26 Toren unterlegen war. „Das Spiel gegen Hamm hat sehr viel Kraft gekostet“, sagt Köhrmann. „Ich hoffe, dass die Körner heute nochmal für 60 Minuten reichen. Dessau spielt sehr körperbetont. Da müssen wir von der ersten Minute an gegenhalten und vorne unsere Chancen nutzen.“

WHV bangt um Linkshänder-Duo

Vor dem ersten Doppelspieltag des Jahres, der heute Abend um 20 Uhr mit dem Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen eingeläutet wird, bangen die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV um den Einsatz von Rene Drechsler und Kay Smits. Beide Linkshänder konnten unter der Woche nur eingeschränkt trainieren – ob sie dennoch spielen können, entscheidet sich heute Abend erst kurz vor dem Anpfiff.

Die Gäste von Trainer Kay Rothenpieler reisen heute als Tabellendritter an die Jade und gehen favorisiert ins Rennen. Der Ex-Club von WHV-Keeper Dennis Doden ist seit neun Spielen ungeschlagen und behielt im Hinspiel deutlich mit 30:24 Toren die Oberhand. „Hamm verfügt über eine sehr eingespielte Mannschaft, die aggressiv verteidigt und mit Felix Storbeck über einen starken Keeper verfügt“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Um gegen diesen Gegner bestehen zu können, mssen wir 60 Minuten lang an unsere Leistungsgrenze gehen. Und wir müssen weniger Fehler machen als im Hinspiel.“

In Hamm spielten die Jadestädter den Gästen lange Zeit voll in die Karten, weil man Angriffe oft unvorbereitet abschloss und auch in der Deckung die nötige Konsequenz vermissen ließ. In Durchgang zwei wurde aber deutlich, dass der WHV über Mittel verfügt, den Gegner in Verlegenheit zu bringen. Köhrmann: „Nach dem Wechsel haben wir vieles richtig gemacht und sind bis auf zwei Tore herangekommen. Für einen Punkt hatte es seinerzeit nicht gereicht – heute wollen wir mit unseren Fans im Rücken einen erneuten Anlauf starten, hoffentlich mit mehr Erfolg.“

Teil zwei des Doppelspieltags führt die Jadestädter am Sonntag nach Dessau, wo man ab 17 Uhr in der Anhalt-Arena auf den Dessau-Roßlauer HV trifft. Auch gegen diesen Gegner ging das Hinspiel deutlich verloren (24:32). 

Drechsler verlängert Vertrag

Die Verantwortlichen des Handball-Zweitligisten Wilhelmshavener HV arbeiten weiterhin fleißig an der sportlichen Zukunft des Vereins: Nach Tobias Schwolow (bis 2020) hat nun  mit Rene Drechsler ein weiterer Leistungsträger seinen Vertrag verlängert. „Wir freuen uns, dass Rene uns die Zusage für vier weitere Jahre gegeben hat“, sagt WHV-Manager Dieter Koopmann. Der Linkshänder hat das neue Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2022 bereits unterschrieben.

Der 27-Jährige, der erst kürzlich seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann erfolgreich abgeschlossen hatte, wechselte bereits 2008 als Jugend-Nationalspieler zum WHV und kehrte im Sommer 2012 nach einjährigem Gastspiel beim VfL Potsdam wieder an den Jadebusen zurück. Der 1,96 Meter große Linkshänder hatte großen Anteil am Zweitliga-Aufstieg 2015 und wurde in der Debütsaison des WHV von den Trainern und Managern aller Zweitligisten zum „Spieler des Jahres“ 2015/16 gewählt.

Im Vorjahr verpasste Drechsler einen Großteil der Rückrunde, nachdem er sich im Februar 2017 Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen das Kreuzband gerissen hatte. Nach erfolgreicher Operation kämpfte sich der 27-Jährige in den folgenden Monaten wieder zurück auf die Platte und feierte im November ein überraschendes Comeback.

Kampfgeist wird nicht belohnt

Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben ihr Auswärtsspiel beim HSC Coburg knapp mit 26:29 (12:17) Toren verloren – und das trotz guter Leistung. „In der ersten Halbzeit haben wir noch ein paar Fehler zu viel gemacht, danach aber großen Kampfgeist gezeigt“, sagte Trainer Christian Köhrmann. In der Schlussphase haderten die Jadestädter auch mit einigen Entscheidungen der Unparteiischen.

Nach ausgeglichener Anfangsphase geriet der WHV mit zunehmender Spieldauer immer deutlicher in Rückstand, weil man vorne die Chancen nicht mehr konsequent nutzte und auch im Rückzugsverhalten einige Schwächen offenbarte. Zehn Fehler hatte Köhrmann bis zum Seitenwechsel notiert – zu viele, um den Oberfanken auf den Fersen zu bleiben. Die 17:12-Pausenführung der Bayern ging also auch in der Höhe in Ordnung.

Nach dem Wechsel waren die Jadestädter dann wieder griffiger. Torhüter Dennis Doden zeichnete sich mehrfach aus und vorne sorgten vor allem Tobias Schwolow und Duncan Postel dafür, dass der WHV beim 15:17 wieder im Spiel war. Danach verschafften sich die Coburger aber wieder Luft, vor allem, weil Felix Sproß jetzt wichtige Akzente setzte und sein Team mit vier Toren in Folge auf 22:16 davonziehen ließ.

Die Gäste steckten aber auch diesen Rückschlag weg und kämpften sich – auch dank dreier Tore von Rene Drechsler – einmal mehr auf 21:23 heran. Vier Minuten vor dem Ende betrug der Rückstand weiterhin nur zwei Tore (25:27). Als Drechsler zum vermeintlichen Anschluss traf, entschieden die Unparteiischen aber auf Offensivfoul. Coburg traf doppelt und sorgte damit für die Entscheidung.

„Wir haben uns hier sehr teuer verkauft und gleich mehrfach deutliche Rückstände aufgeholt“, zeigte sich Köhrmann einverstanden mit dem Auftritt seiner Jungs. „Ich hätte gerne gesehen, was passiert wäre, wenn wir hier tatsählich noch mal auf ein Tor herankommen. Die Pfiffe der Schiedsrichter waren für mich in einigen Situationen nicht nachvollziehbar. Eine klare Linie, die für beide Teams gleichermaßen gilt, habe ich erneut vermisst.“

HSC Coburg – W’havener HV 29:26 (17:12)
HSC: Kulhanek, Krechel; Billek (12/4), Sproß (6), Kirveliavicius (4), Lex (3), Kelm (2), Varvne (2), Barsties, Hagelin, Wucherpfennig, Weber, Kellner, Neloski, Knauer.
WHV: Lüpke (1.-21./4 Paraden), Doden (ab 21./9); Schwolow 6, Postel 6, Drechsler 3, Smits 3/1, Vorontsov 2, Maas 2, Kalafut 1, Andrejew 1, Ten Velde 1, Köhler 1, Kozul, Lehmann, Wolterink.
Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich
Zuschauer: 2149
Strafwürfe: 5/4 – 2/1 (Doden hält gegen Billek – Smits wirft am Tor vorbei)
Strafminuten:  4 –  12 (Hagelin, Kirveliavicius – 2 x Postel, Ten Velde, Kalafut, Schwolow, Andrejew)

Riesen Herausforderung Coburg

Die jüngste Erfolgsserie des Wilhelmshavener HV mit zuletzt 7:1 Punkten aus den letzten vier Spielen wird am Abend auf eine harte Probe gestellt: Im Zweitliga-Gastspiel beim HSC Coburg sind die Jadestädter am Sonnabend ab 19.30 Uhr klarer Außenseiter. „Der Gegner ist auf allen Positionen top besetzt, verfügt über große individuelle Klasse und hat auch den Heimvorteil auf seiner Seite“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Wir brauchen eine überragende Leistung, wenn wir dort in die Nähe eines Punktgewinns kommen wollen. Das ist eine riesen Herausforderung.“

Die Gastgeber haben zuletzt zwei sportliche Ausrufezeichen gesetzt: Dem Heimsieg über den VfL Schwartau-Lübeck noch vor der EM-Pause ließ die Mannschaft von HSC-Trainer Jan Gorr am vergangenen Wochenende einen Auswärtserfolg bei der SG Bietigheim folgen. „Da hat Coburg reichlich Selbstvertrauen getankt“, sagt Köhrmann. „Das werden sie gegen uns sicherlich auf die Platte bringen. Hier sind wir gefordert, als Mannschaft dagegenzuhalten und unsere eigenen Stärken auszuspielen. Im Gegensatz zum Gegner stehen wir dabei allerdings nicht unter Druck.“

An Selbstvertrauen mangelt es den Jadestädtern jedenfalls nicht: Gegen Elbflorenz Dresden feierte man beim 26:21-Heimerfolg einen gelungenen Start ins neue Jahr und wusste dabei vor allem in der zweiten Halbzeit zu überzeugen. Personell kann Köhrmann am Abend aus dem Vollen schöpfen – alle Akteure stehen zur Verfügung. Auch Duncan Postel, den zuletzt ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht gesetzt hatte, wird im Aufgebot stehen. Im Vergleich zum Dresden-Spiel werden sich die Jadestädter aber weiter steigern müssen. Köhrmann: „In Sachen Durchschlagskraft aus dem Rückraum ist Coburg noch mal ein ganz anderes Kaliber.“

Um möglichst ausgeruht in die Partie zu gehen, ist der WHV bereits am Freitag Richtung Oberfranken aufgebrochen und hat wie üblich in Großwallstadt einen Zwischenstopp inklusive Übernachtung eingelegt. „Die 600 Kilometer in einem Rutsch am Spieltag zu fahren, wäre nicht optimal“, sagt WHV-Manager Dieter Koopmann. „Von Großwallstadt nach Coburg sind es nur noch rund 200 Kilometer.“ Im Hinspiel wurden die Punkte beim 25:25-Remis geteilt. Dabei reichte dem WHV auch eine zwischenzeitliche Fünftore-Führung nicht zum Sieg.