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WHV im Nordwesten

Nord, Süd, Ost und West – so hießen bislang die Staffelbezeichnungen der 3. Ligen. In diesem Sommer aber gehen die Verantwortlichen beim DHB neue Wege: Um Fahrstrecken zu optimieren und viele Lokalderbys zu ermöglichen, wurden die Staffelbezeichnungen kurzerhand angepasst. Der WHV wird demnach in der Nord-West-Staffel angreifen und dabei unter anderem auf Aufsteiger OHV Aurich treffen.

In Dortmund wurden die 64 Drittligisten von der Spielommission jetzt auf die vier Staffeln verteilt. Dabei landete der Wilhelmshavener HV in der „neuen“ Nord-West-Staffel – gemeinsam mit den Zweitliga-Absteigern Eintracht Hagen und Neuss/Düsseldorf (bislang Rhein Vikings) sowie Aufsteiger OHV Aurich. Der ersten Spieltag ist für das Wochenende 24./25. August vorgesehen, eine Woche vorher wird in die 1. Runde im DHB-Pokal ausgetragen, die am Dienstag ausgelost wird.

Nach Saisonende steigen die vier Staffelmeister nicht automatisch in die 2. Bundesliga auf. In einer Relegation spielen die vier Meister zwei direkte Aufsteiger aus. Eine weitere Mannschaft bekommt dann noch die Chance, sich den Platz im sportlichen Vergleich mit dem Tabellen-16. der 2.Liga zu sichern. Die drei Letztplatzierten jeder Staffel steigen in die Oberligen ab.

Alle Staffeln im Überblick
Nord-West: Ahlener SG, SG Menden Sauerland Wölfe, VfL Gummersbach II, TuS Volmetal, Longericher SC Köln, Leichlinger TV, Team HandbALL Lippe II, GWD Minden II, HSG Bergische Panther, SGSH Dragons, TuS Spenge, HSG Neuss/Düsseldorf, Wilhelmshavener HV, VfL Eintracht Hagen, OHV Aurich, LIT Tribe Germania.

Nord-Ost: TSV Altenholz, Oranienburger HC, 1. VfL Potsdam, Mecklenburger Stiere Schwerin, HSV Hannover, HC Empor Rostock, TSV Burgdorf II, Handball Hannover-Burgwedel, SV Anhalt Bernburg, SC Magdeburg II, HSG Ostsee N/G, Füchse Berlin Reinickendorf II, Eintracht Hildesheim, Dessau-Roßlauer HV, TuS Vinnhorst, HG Hamburg Barmbek.

Mitte: TV Gelnhausen, HSG Bieberau-Modau, HSG Hanau, HSG Rodgau Nieder-Roden, TV Germania Großsachsen, SG Leutershausen, GSV Eintracht Baunatal, SG 1887 Nußloch, HG Oftersheim/Schwetzingen, HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II, SC DHfK Leipzig II, Northeimer HC, TV Großwallstadt, HSC Bad Neustadt, TV Kirchzell, HC Elbflorenz II.

Süd: HC Erlangen II, TuS 04 KL-Dansenberg, HC Oppenweiler/Backnang, HBW Balingen-Weilstetten II, TuS Fürstenfeldbruck, TSG Haßloch, SV Salamander Kornwestheim, TSB Heilbronn-Horkheim Handball, Rhein-Neckar Löwen II, TGS Pforzheim, VfL Pfullingen, TV Willstätt, HG Saarlouis, TSV Blaustein, TV Plochingen, TV Hochdorf.

Rozman und Statsch kommen

Jetzt fehlt nur noch ein weiterer Kreisläufer: Der Kader des Wilhelmshavener HV für den Neustart in der 3. Liga steht. Tobias Schwolow (bis Juni 2022) sowie Sebastian Maas und Miladin Kozlina (beide bis Junhe 2021) haben ihre Verträge und drei bzw. zwei Jahre verlängert. Außerdem gaben die Verantwortlichen um Manager Dieter Koopmann jetzt die Verpflichtung von Linkshänder Tim Rozman (HBW Balingen-Weilstetten) und Torhüter Levin Stasch (SG VTB/Altjührden) bekannt.

„Mosaiksteine auf dem Weg zurück in die 2. Bundesliga“, kommentierte Koopmann die Personalentscheidungen in diesen Tagen. Abgeschlossen sind die Planungen damit aber noch nicht: „Ein Kreisläufer, der auch in der Lage ist, im Innenblock zu decken, wird noch kommen“, kündigt der Manager an. Zu den Neuen: Genau wie Angelo Grunz, Kuno Schauer und Yannick Pust stammt auch der 20 jährige Slowene Tim Rozman aus der Handball-Akademie der Berlier Füchse. Nach einem Gastspiel beim slowenischen Topclub Trimo Trebnje zog es den Linkshänder 2018 zu HBW Balingen-Weilstetten. Koopmann: „Tim ist sowohl im Angriff als auch in der Abwehr variabel einsetzbar – soll aber primär im rechten Rückraum für Entlastung sorgen.“

Rückkehrer Levin Stasch, der das Handballspielen bei der JSG (früher HSG) Wilhelmshaven erlernt hat, ergänzt den Kader auf der Torhüterposition. 2014 war der gebürtige Wilhelmshavener zum Nachbarn HSG Varel (heute SG VTB/Altjührden) gewechselt und hatte großen Anteil am Vareler Aufstieg in die 3. Liga. Koopmann: „Levin wird die erste Mannschaft unterstützen und in unserer Zweiten eine wichtige Rolle übernehmen.“

Angebote gab es einige, doch Tobias Schwolow – bester Feldtorschütze der vergangenen Zweitliga-Saison- bleibt dem WHV treu und verlängerte seinen Vertrag beim Drittligisten um drei weitere Jahre bis Juni 2022. Seit seinem Wechsel an die Jade im Jahr 2013 hat sich Schwolow zu einem absoluten Leistungsträger und Publikumsliebling entwickelt. Anfragen aus seiner slowenischen Heimat schlug auch Abwehrchef Miladin Kozlina aus. „Wir wollen hier langfristig etwas aufbauen und freue mich darauf, den Verein dabie zu unterstützen“, sagte der frühere Nationalspieler bei seiner Vertragsverländerung bis Juni 2021. Mindestens so lange wird auch Sebastian Maas den Jadestädtern erhalten bleiben. Der dienstälteste WHVer hat seinen Vertrag ebenfalls um zwei Jahre verlängert und geht damit in Kürze in die Vorbereitung auf seine inzwischen zwölfte WHV-Saison.

Kader im Überblick
Tor: Primoz Prost, Angelo Grunz, Levin Stasch
Rückraum: Tobias Schwolow, Bartosz Konitz, Rene Drechsler, Tim Rozman, Kuno Schauer, Miladin Kozlina
Außen links: Rutger ten Velde, Sebastian Maas
Außen rechts: Evgeny Vorontsov, Yannick Pust
Kreis: Duncan Postel

Zugänge: Primoz Prost (Frisch Auf Göppingen), Tim Rozman (HBW Balingen-Weilstetten), Levin Stasch (SG VTB/Altjührden)

Abgänge: Dennis Doden (Ziel unbekannt), Frederick Lüpke (OHV Aurich), Janik Köhler (TV Cloppenburg), Daniel Andrejew (Brest Meschkow/BLR), Matej Kozul (Ko-Trainer/Trainer 2. Mannschaft), Fabrice Lehmann (2. Mannschaft), Miro Schluroff (Füchse Berlin)

Kader nimmt Formen an

Für den geplanten Neustart in der 3. Liga können die Handballer des Wilhelmshavener HV auch auf bewährte Kräfte setzen: Wie die Verantwortlichen jetzt bekanntgaben, haben sowohl die Niederländer Rutger ten Velde und Duncan Postel als auch die Berliner Kuno Schauer, Yannick Pust und Angelo Grunz ihre Verträge beim WHV verlängert bzw. an die neue Spielklasse angepasst.

Wie Geschäftsführer Florian Schulz mitteilte, haben Duncan Postel und Rutger ten Velde ihre Verträge um jeweils zwei weitere Jahre bis Juni 2021 verlängert. Mindestens genauso lange wird auch die „Berlin-Connection“ – Kuno Schauer, Yannick Pust und Angelo Grunz den Jadestädtern erhalten bleiben. Während Pust und Schauer ihre Kontrakte jeweils verlängerten, wurde der Vertrag von Torhüter Grunz „angepasst“ – sein Arbeitspapier galt bislang nur für die 2. Liga.

„Wir freuen uns, dass die Spieler den Weg des Vereins mitgehen und dabei helfen wollen, den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Liga zu realisieren“, sagt Schulz. „Alle Spieler sind hoch talentiert und passen sehr gut ins sportliche Konzept.“ Als einziger Neuzugang steht bislang Torhüter Primoz Prost vom Bundesligisten Frisch Auf Göppingen fest. Weitere Personalien will den Verein in Kürze bekannt geben

Spektakel zum Abschied

Mit einem spektakulären Spiel haben sich die Handballer des Wilhelmshavener HV nicht nur von den eigenen Fans, sondern vorerst auch aus der 2. Bundesliga verabschiedet. Gegen Vizemeister und Erstliga-Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen feierten die Jadestädter am Samstag einen knappen 31:30 (18:14)-Derbyerfolg. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff traf Fabrice Lehmann von Rechtsaußen zum letztlich verdienten Sieg.

Gefeiert wurde der Sieg im letzten Saisonspiel aber nur kurz, denn das ganz große Ziel haben die Jadestädter verpasst: Verbissen haben Tobias Schwolow & Co. in den vergangenen Wochen und Monaten um den Klassenerhalt gekämpft – diesen jedoch um einen Punkt verpasst. „Die Enttäuschung darüber ist natürlich riesig“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Trotzdem ein großes Lob an meine Mannschaft, die sich trotz aller Rückschläge nie aufgegeben hat.“

Spektakulär vor allem die Schlussphase der ersten Halbzeit, als Yannick Pust zunächst einen Alleingang erfolgreich abschloss und kurz darauf einen tollen Doppel-Kempa über Bartosz Konitz und Rutger ten Velde im Nordhorner Tor versenkte. Für die 18:14-Pausenführung sorgte Konitz mit einem Schlagwurf-Hammer aus gut zehn Metern. Nach dem Wechsel bauten die Gastgeber ihren Vosprung zwischenzeitlich auf fünf Tore aus (22:17/40.), ehe die Grafschafter zur Aufholjagd ansetzten und die immer hektischer werdende Partie eingangs der Schlussphase ausglichen.

In Führung gingen die Nordhorner aber nicht. Der überragende Duncan Postel (vier Tore in der Schlussphase), Torwart Frederick Lüpke (mit Siebenmeter-Parade gegen Seidel) und nicht zuletzt Fabrice Lehmann verhinderten die Wende und sicherten dem WHV einen unter dem Strich verdienten Sieg. Zum Saisonfinale gehörten auch mehrere Ehrungen und traditionell auch die Verabschiedungen der Spieler, die künftig nicht mehr für den WHV auflaufen werden.

Manager Dieter Koopmann, Mitglied im erweiterten Präsidium der HBL, zeichnete die Nordhorner Heiner Bültmann und Björn Buhrmester zum Trainer bzw. Torhüter des Jahres aus. In der Halbzeit ehrten WHV-Mit-Geschäftsführer Maik Menninga und Marketing-Chef Frank Leonhardt die männliche A- und C-Jugend der JSG für den Aufstieg in die Oberliga. Nach der Partie wurden neben Torwart-Trainer Christoph Dannigkeit auch die Torhüter Dennis Doden und Frederick Lüpke sowie die Spieler Fabrice Lehmann, Miro Schluroff, Daniel Andrejew und Kapitän Janik Köhler offiziell verabschiedet. Zumindest Lehmann bleibt dem WHV als zukünftiger Spieler der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) erhalten.

W’havener HV – HSG Nordhorn-Lingen 31:30 (18:14)
WHV: Grunz (1.Hz/8 Paraden), Lüpke (ab 31. und bei zwei 7m/6); Postel 6, Ten Velde 6/2, Schauer 4, Pust 3, Drechsler 3, Konitz 2, Schwolow 2, Kozlina 2, Lehmann 1, Vorontsov 1, Kozul 1, Maas, Köhler, Schluroff.
HSG: Buhrmester (1. Hz./6), Ravensbergen (2. Hz./6/1 Tor); Pöhle 6/2, Seidel 5/2, Mickal 4/2, Miedema 4, Smit 3, Possehl 3, Heiny 2, Leenders 1, de Boer 1, Terwolbeck, Wiese, van Lengerich, Zare.
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic
Zuschauer: 1379 (davon ca. 400 aus Nordhorn)
Strafwürfe: 4/4 – 6/8
Strafminuten:  8 – 10
Disqualifikation: Leenders (HSG/45.) nach Foulspiel

Abschied nehmen

Mit dem Heimspiel gegen Vizemeister und Bundesliga-Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen verabschieden sich die Handballer vom Wilhelmshavener HV heute Abend nicht nur in die Sommerpause, sondern auch aus der 2. Bundesliga. Aus dem erhofften Endspiel um den Klassenerhalt wurde bekanntlich nichts, der WHV muss trotz der jüngsten Erfolge den Gang in die 3. Liga antreten. Dorthin werden uns nicht alle Spieler begleiten: Sieben Akteure und Torwart-Trainer Christoph Dannigkeit werden heute nach dem Abpfiff offiziell verabschiedet.

Obwohl die letzte Partie der Saison 2018/19 für beide Clubs nur noch rein statistische Bedeutung hat, ist die Luft bei den Jadestädtern noch nicht raus. „Wir haben uns ganz normal vorbereitet und werden alles daran setzen, dieses letzte Heimspiel zu gewinnen“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Unsere Fans und Zuschauer haben uns auch in schweren Zeiten die Treue gehalten. Dafür wollen sich die Jungs heute Abend mit einer guten Leistung gegen unsere Freunde aus Nordhorn bedanken.“

„Wir sind mit den Nordhorner schon seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden“, sagt WHV-Manager Dieter Koopmann. „Die HSG hat eine hervorragende Saison gespielt und steigt völlig zu recht in die 1.Liga auf. Dazu kann man der Mannschaft und den Verantwortlichen nur herzlich gratulieren.“ Das sehen offenbar die Mehrzahl der Manager und Trainer aller  Zweitligisten genauso und wählten deshalb die Nordhorner Heiner Bültmann und Björn Burhmester zum Trainer bzw. Torhüter der Saison. Koopmann, gleichzeitig auch Mitglied im erweiterten Präsidium der HBL, wird das HSG-Duo heute vor dem Anpfiff entsprechend auszeichnen.

Nach dem Abpfiff ist es dann Zeit, Abschied zu nehmen: Die Torhüter Dennis Doden und Frederick Lüpke sowie Matej Kozul, Fabrice Lehmann, Daniel Andrejew, Kapitän Janik Köhler und Miro Schluroff werden den WHV nicht in die 3. Liga begleiten und sich neuen Vereinen bzw. der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) anschließen. Verabschiedet wird außer unser langjähriger Torhüter und Torwart-Trainer Christoph Dannigkeit. „Unsere Personalplanungen für die kommende Saison laufen auf Hochtouren“, sagt WHV-Mit-Geschäftsführer Maik Menninga. „Klar ist, dass unsere Neuzugänge eine gewisse Qualität mitbringen müssen. Die Gespräche laufen, wir sind zuversichtlich, in Kürze weiteren Vollzug vermelden zu können.“

Bislang steht mit Torhüter Primoz Prost vom Bundesligisten Frisch Auf Göppingen erst ein Neuzugang für die kommende Spielzeit fest. Menninga: „Weitere Abgänge sind nicht ausgeschlossen, aber unwahrschenlich. Alle Stammspieler und Leistungsträger sollen bleiben. Darüber hinaus suchen wir einen Kreisläufer, einen Linkshänder für den rechten Rückraum  und einen weiteren Torhüter. Wir würden uns freuen, wenn viele Fans heute nach dem Spiel noch bleiben und mit uns die Saison bei Livemusik, Bratwurst und Bier ausklingen lassen.“

Primoz Prost kommt

Während der WHV morgen in Rimpar um den Erhalt der 2. Bundesliga kämpft, macht das Management bereits Nägel mit Köpfen und sorgt für einen Paukenschlag: Vom Bundesligisten Frisch Auf Göppingen wechselt Torhüter  Primožz Prošt im Sommer an die Jade. Dort erhält der 36-jährige, frühere slowenische Nationalkeeper einen Vierjahresvertrag, der sowohl für die 2. als auch für die 3. Liga gilt.

„Wir freuen uns, dass wir einen Torhüter dieser Klasse für unseren Verein und unsere Stadt begeistern konnten“, sagt Manager Dieter Koopmann, der den Deal zusammen mit dem neuen Ko-Geschäftsführer Maik Menninga eingefädelt hat. „Primoz Prošt gehört zu den besten Torhütern in Deutschland und ist eine echte Verstärkung für  unsere Mannschaft.“

Über Stationen in seiner Heimat Slowenien sowie in Dänemark und Frankreich kam  Prošt im Februar 2013 nach Deutschland – zum  Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, mit dem er  2016 und 2017 den EHF-Pokal gewann. Für die Slowenische Nationalmannschaft absolvierte der dreifache Familienvater 83 Länderspiele und nahm an der EM in Serbien (2012) und an der WM in Spanien (2013) teil.

Zudem gab der WHV auch zwei weitere Abgänge bekannt: Neben Janik Köhler (Cloppenburg), Fredrick Lüpke (Aurich) und Matej Kozul (Spielertrainer WHV II) werden auch Daniel Andrejew (Brest Meschkow/Weißrussland) und Torhüter  Dennis Doden (neuer Verein noch offen) die Jadestädter verlassen.

Die Hoffnung lebt weiter

Pflicht erfüllt, aber aus dem erhofften Befreiungsschlag wurde leider nichts: Handball-Zweitligist Wilhelmshavener HV gewann zwar sein Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV verdient mit 29:24 Toren, hat im Kampf um den Klassenerhalt aber weiterhin schlechte Karten, weil Elbflorenz Dresden in Großwallstadt gewann und zwei Spieltage vor Saisonende nach wie vor drei Punkte Vorsprung auf die Jadestädter hat.

„Wenn wir auch in den letzten beiden Spielen in Rimpar und gegen Nordhorn so auftreten wie zuletzt, dann werden wir auch punkten“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann mit Blick auf das Saisonfinale. Und Tobias Schwolow f+gte hinzu: „Leider haben wir es nicht mehr selbst in der Hand. Aber wir haben kühlen Kopf bewahrt und in der Abwehr endlich mal wieder eine sehr gute Leistung gezeigt. Das macht uns Mut für die kommenden Aufgaben.“

29:24 klingt nach einer klaren Sache. War es über weite Strecken auch – allerdings mit ein paar kleinen Schönheitsfehlern. In Durchgang eins lagen beide Teams lange Zeit gleichauf. Beim 8:5 schienen sich die Jadestädter vom DRHV absetzen zu können, wenig später war aber wieder alles offen (11:11). In der Schlussphase war der WHV dann aber die bessere Mannschaft, nutzte die Fehler der Gäste eiskalt aus, um mit fünf Toren in Folge auf 16:11 davonzuziehen.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild – bis zum 24:16 (44.). Angeführt von Wasielewski nutzte Dessau die Gunst der Stunde, um sich bis auf 22:25 heranzuarbeiten und den WHV damit doch noch einmal in Bedrängnis zu bringen. „Diese individuellen Fehler müssen wir uns in Rimpar und gegen Nordhorn verkneifen“, sagte Köhrmann angesichts dieser Schwächephase, die am Ende jedoch folgenlos blieb, weil Bartosz Konitz und Sebastian Maas danach die Big Points machten (28:23). Während der WHV nach dem 29:24-Erfolg weiter hoffen
darf, stehen nach dem 36. Spieltag neben Dessau auch Hagen und Großwallstadt vorzeitig als Absteiger fest.

W’havener HV – Dessau-Roßlauer HV 29:24 (16:11)
WHV: Grunz (1.-60./8 Paraden), Lüpke (bei einem 7m); Ten Velde 7/5, Drechsler 5, Schwolow 4, Vorontsov 4, Konitz 3, Postel 3, Kozul 1, Maas 1, Schauer 1, Pust, Kozlina, Köhler, Schluroff, Lehmann.
DRHV: Ambrosius (1.-60./15), Plaue (bei einem 7m); Wasielewski 5, Hanner 4, Zahradnicek 4/2, Milkow 3, Pavlicek 3, Zimmermann 2, Zele 2, Hönicke 1, Hanisch, Pfeiffer, Jungemann, Vanco.
Schiedrichter: Heine/Standke
Zuschauer: 1093
Strafwürfe: 7/5 – 2/2
Strafminuten:  4 – 8

Verlieren verboten

Trotz der emotionalen Achterbahnfahrt in den letzten Wochen haben die Zweitliga-Handballer des Wilhlemshavener HV drei Spieltage vor Toreschluss nach wie vor Chancen auf den Klassenerhalt. Im heutigen Heimspiel gegen den Ligavorletzten Dessau-Roßlauer HV (19.30 Uhr, Nordfrost-Arena) heißt es für die Schützlinge von Trainer Christian Köhrmann allerdings „verlieren verboten“. Brisant: Seit dem Wiederaufstieg in die 2. Liga konnten die Jadestädter den DRHV in eigener Halle noch nicht bezwingen.

„Die Spiele der Konkurrenz interessieren mich nicht – wie schauen erstmal nur auf uns“, sagt Köhrmann zurecht. Aber ihm, der Mannschaft und den Fans wird nicht entgangen sein, das manchem Mitbewerber im Kampf um den Klassenerhalt die Luft auszugehen scheint. Anders ist die klare Heimniederlage von Eintracht Hagen gegen die längst abgestiegenen Rhein Vikings (23:30 im Freitagspiel) wohl kaum zu erklären. Gespannt sein darf man auch auf den Ausgang des Sonntags-Kellergipfels zwischen Großwallstadt (16.) und Elbflorenz Dresden (15.).

Heute Abend in der Arena ist nicht nur der WHV zum Siegen verdammt. Auch die Gäste müssen nach elf sieglosen Spielen in Folge auf jeden Fall gewinnen, andernfalls ist der Abstieg besiegelt. Dessaus Trainer Uwe Jungandreas hisste nach der jüngsten Heimpleite gegen Dormagen bereits die „weiße Fahne“, aber Köhrmann weiß dies realistisch einzuschätzen. „Mir ist egal, was in Dessau gesagt wird. Wir brauchen eine Topleistung, um diesen Gegner zu besiegen – und die werden wir mit Unterstüzung unserer Fans auch abrufen.“

Die Jadestädter bangen vor dem vorletzten Heimspielder Saison noch um den Einsatz von Torhüter Dennis Doden und Kreisläufer Daniel Andrejew – beiden machen Knieprobleme zu schaffen. Dafür hat Bartosz Konitz nach überstandener Virusinfektion wieder voll trainiert und steht am Abend ebenso zur Verfügung wie Abwehrchef Miladin Kozlina. „In Sachen Konznetration und Einstellung müssen wir genau da anknüpfen, wo wir beim 35:30-Sieg in Dresden aufgehört haben“, fordert Köhrmann. „Jeder hat für seinen Nebenmann gekämpft und auch bei Rückstand die Ruhe bewahrt. Nur so kann es funktionieren.“

Matchball abgewehrt

Totgesagte leben länger! Nach der derben 22:34-Heimpleite gegen Ferndorf waren die Handballer des Wilhelmshavener HV so gut wie abgestiegen aus der 2. Bundesliga. Eine Woche und einen unerwarteten 35:30-Auswärtserfolg beim HC Elbflorenz Dresden später schöpfen die Jadestädter aber wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. Großen Anteil am Coup in der sächsischen Hauptstadt hatte Linkshänder Rene Drechsler – mit zwölf Toren erfolgreichster Werfer seines Teams.

„Anders als noch gegen Ferndorf hat hier eine Mannschaft auf der Platte gestanden“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Der Erfolg ist der verdiente Lohn einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Jeder hat für seinen Nebenmann einen Schritt mehr gemacht. Jetzt ist wieder alles drin.“ Dabei schien die Partie zu Beginn der zweiten Halbzeit den erwarteten Verlauf zu nehmen, als Dresden die 17:15-Pausenführung auf 19:15 ausbaute und den WHV mit einer offensiven Abwehr vor Probleme stellte.

Köhrmann reagierte kurzzeitig mit dem siebten Feldspieler und zwang die Gastgeber damit in der Folge wieder zurück in die 6:0. Auf der Gegenseite legten die Jadestädter in der Abwehr eine Schippe drauf und auch Angelo Grunz, der schon in Durchgang eins den verletzten Dennis Doden im Tor abgelöst hatte, hatte großen Anteil daran, dass der WHV nicht aus ausglich, sondern beim 21:20 (Tor Vorontsov/40.) sogar selbst die Führung übernahm.

Dass sich die Gäste die Butter bis zum Ende nicht mehr vom Brot nehmen lassen würden, damit war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu rechnen. Doch egal was Elbflorenz in der Schlussviertelstunde versuchte, der WHV hatte stets die richtige Antwort – meistens in Person von Drechsler – parat. Als die Jadestädter von 26:24 auf 30:24 davonzogen (52.), war die Partie in der schmucken Dresdner Ballsport-Arena vorzeitig entschieden. Köhrmann: „Wichtig war, dass wir auch in der ersten Halbzeit immer dran geblieben sind. Hier hat Duncan
Postel ein ganz starkes Spiel gemacht, gleiches gilt für Kuno Schauer. Wenn wir weiter konzentriert bleiben und die Konkurrenz mitmacht, können wir unser Ziel tatsächlich noch erreichen.“

HC Elbflorenz Dresden – W’Havener HV 30:35 (17:15)
HCE: Huhnstock (1.-40./2 Paraden), Halfmann (41.-60.); Kretschmer 7/3, Dierberg 6/2, Flödl 3, Greß 3,  Kammlodt 2, Gugisch 2, Quade 2, Pechstein 2, Becvar 1, Hoffmann 1, de Santis 1, Buschmann, Pulay, Jurgeleit
WHV: Doden (1.-16./5), Grunz (17.-60./12), Lüpke (bei einem 7m); Drechsler 12, Postel 7, Schauer 6, Vorontsov  6/1, Schwolow 2, Kozul 1, ten Velde 1, Kozlina, Köhler, Maas, Schluroff, Konitz.
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro
Zuschauer: 2112
Strafwürfe: 7/5 – 1/1
Strafminuten: 2 – 12

WHV kommt unter die Räder

Die Chancen des Wilhelmshavener HV auf den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga haben sich am Samstag drastisch verschlechtert: Mit einem Heimsieg über den TuS Ferndorf wollten die Jadestädter eigentlich Druck auf die Konkurrenz machen, nach der blamablen Vorstellung, die eine 22:34 (8:15)-Niederlage zur Folge hatte, blieb aber nichts außer Ernüchterung.

„Wir hätten so viel schaffen können“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann und entschuldigte sich bei den Fans für den nicht zweitligareifen-Auftritt seines Teams. „Wir lassen einfach zu viele klare Torchancenaus und nehmen uns damit selbst aus dem Spiel.“ Stimmt: Alleine fünf Strafwürfe ließen Evgeny Vorontsov, Rutger ten Velde, Duncan Postel und Tobias Schwolow ungenutzt – hinzu kamen viele weitere aussichtsreiche Gelegenheiten aus dem Feld.

So kamen die Jadestädter – trotz ordentlicher Anfangsphase – nicht für den so dringend benötigten Sieg in Frage gegen eine Ferndorfer Mannschaft, die sich nach einer Viertelstunde (vom WHV begünstigt) in einen Rausch spielte und sich bis zum Schlusspfiff nicht einfangen ließ. Auch, weil Torhüter Lucas Puhl (11 Paraden im ersten Durchgang) einen Glanztag erwischt hatte und die Siegrländer ihre Chancen einfach konsequent nutzten.

Für den WHV wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Durch Siege der Konkurrenz ist der Rückstand zum rettenden Ufer nunmehr auf vier Zähler angewachsen. Angesichts von vier noch auszutragenden Partien machbar – es bedarf aber schon eines mittleren Handball-Wunders, wenn die Jadestädter am Saisonende nicht zu den fünf Absteigern gehören. „Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß, aber wir müssen den Blick nach vorne richten – auch wenn es schwerfällt“, sagte Köhrmann. „In Dresden müssen wir ein anderes Gesicht zeigen.“

W’havener HV – TuS Ferndorf 22:34 (8:15)
WHV: Doden (1.-38./6 Paraden), Grunz (38.-53./2), Lüpke (ab 53.); Schwolow 5, Ten Velde 4, Vorontsov 3, Konitz 2, Andrejew 2, Drechsler 2, Pust 2, Postel 1, Schauer 1, Kozlina, Kozul, Maas n.e., Köhler n.e.
TuS: Puhl (1.-43./14), Rottschaefer (ab 43./6/1 Tor), Hottgenroth; Faulenbach 6, Zerbe 6/3, Müller 5, Lindskog Andersson 4, Neitsch 3, Schneider 3, Basic 2, Michel 1, Wörner 1, Barwitzki 1/1, Rink 1, Irle, Koloper.
Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen
Zuschauer: 1036
Strafwürfe: 0/5 – 4/5
Strafminuten: 4 – 6