29.04.2018 12:24

Defensiv zu harmlos

Im Duell mit der besten Offensive der Liga haben die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV klar den Kürzeren gezogen. Beim
Tabellenzweiten SG BBM/Bietigheim verloren die „Köhrmänner“ mit 29:36 (16:21) Toren. Während WHV-Trainer Christian Köhrmann mit der Angriffsleistung seines Teams „total zufrieden“ war, fand er für die Defensive deutliche Worte: „Wir haben kaum einen Zweikampf gewonnen und nie Zugriff auf den Gegner bekommen. Deshalb haben wir uns diese Niederlage auch selbst zuzuschreiben.“

Klar, beim Tabellenzweiten und designierten Aufsteiger in die 1. Bundesliga zu verlieren, ist sicher keine Schande. Dennoch wäre mehr drin gewesen für die Jadestädter, weil auch Bietigheim in der Abwehr nicht gerade Beton anrührte und der WHV immer wieder Lücken in der SG-Defensive fand. 20 Minuten lang nutzten die Gäste – allen voran Tobias Schwolow (9 Tore am Ende) – ihre Chancen auch konsequent. Erst als einige gute Gelegenheiten ungenutzt blieben und Bietigheim immer wieder über die zweite Welle punktete, geriet der WHV bis zum Pausenpfiff deutlich ins Hintertreffen (16:21).

Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Im Angriff waren die Gäste fast gleichwertig, in der Abwehr blieben Janik Köhler & Co. aber weiter klar unter ihren Möglichkeiten. Auch die Torhüter Frederick Lüpke und Dennis Doden bekamen kaum einmal die Hand an den Ball. So plätscherte die Partie im zweiten Durchgang vor sich hin, ohne das der WHV die Gastgeber noch einmal ernsthaft gefährden konnte. „Ohne Abwehr kannst du kein Spiel gewinnen“, ärgerte sich Köhrmann und blickte direkt der nächsten Partie am kommenden Freitag, 4. Mai, in der Nordfrost-Arena gegen die Rhein Vikings entgegen. „Da müssen wir uns ganz anders präsentieren, wenn wir uns für die knappe Hinspielniederlage revanchieren wollen.“

SG BBM Bietigheim – WHV 36:29 (21:16)
SG: Ebner (5 Paraden), Müller (8); Schäfer 9/4, Babarskas 8, Haller 5, Claus 4, Erifopoulos 3, Emanuel 2, Rentschler 1, Schmidt 1, König 1, Barthe 1, Asmuth 1, Doll, Marcec.
WHV: Doden (1.-10. und ab 48./3), Lüpke (10.-48./5); Schwolow 9, Vorontsov 7/3, Ten Velde 3, Drechsler 2, Smits 2, Postel 2, Kozul 2, Köhler 2, Kalafut, Maas n.e., Lehmann n.e.,  Wolterink n.e.
Schiedsrichter: Merz/Schilha
Zuschauer: 1721
Strafwürfe: 4/4 – 4/3
Strafminuten: 8 – 12
Disqualifikation: Köhler (WHV/57.) nach dritter Zeitstrafe