05.03.2020 09:38

Derbysieg ins Ziel gerettet

Handball-Krimi vom Feinsten: Nach souveräner erster Halbzeit müssen die Handballer des Wilhelmshavener HV im emotionsgeladenen Derby beim OHV Aurich am Ende zittern. Nervenstark machten die Jadestädter in den entscheidenden Situationen die big points und setzten sich vor rund 1400 Zuschauern in der Sparkassen-Arena letztlich verdient mit 28:26 (15:10) Toren durch. Nun fehlt den „Köhrmännern“ noch ein Erfolg zum vorzeitigen Staffelsieg. Vor dem kommenden Duell mit Verfolger Eintracht Hagen (14. März, 19.30 Uhr, Nordfrost-Arena) heißt es also: Matchball WHV!

„In der ersten Halbzeit hat unsere Abwehr super funktioniert – da wäre sogar mehr als die 15:10-Pausenführung möglich gewesen“, sagte Trainer Christian Köhrmann. „Danach hat alles, was vorher gut war, plötzlich nicht mehr geklappt. Wir haben uns immer wieder rauslocken lassen und vorne einfach zu viele Bälle verworfen.“ Dadurch pirschten sich die tapfer kämpfenden Gastgeber immer wieder ran an den Favoriten. Den Ausgleich ließen die Gäste aber nicht zu: In Drucksituationen setzten vor allem Duncan Postel, Kuno Schauer und der spät eingewechselte Matej Kozul wichtige Akzente. Auch auf Torhüter Primoz Prost (16 Paraden) war wie immer Verlass. „Die vielen Fahrkarten haben uns unseren Vorsprung gekostet“, sagte Kozul nach dem Abpfiff. „Aurich hat uns wie erwartet alles abverlangt. Wir sind aber ruhig geblieben und haben uns immer wieder gute Abschlüsse erarbeitet.“

Das sah auch Köhrmann so: „Das einzig Positive war, dass wir die Drucksituationen – als der Gegner mehrfach auf ein Tor dran war – gut gelöst haben.“ Mit Domagoj Srsen und Bartosz Konitz musste der WHV kurzfristig auf zwei wichtige Eckpfeiler verzichten. Tobias Schwolow ging angeschlagen ins Derby und konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken, genau wie Rene Drechsler, der schon bessere Tage im WHV-Trikot erwischt hatte. Auf der Gegenseite überragte Frederick Lüpke im OHV-Kasten mit zahlreichen Paraden. „Schade, dass wir eine Halbzeit lang mit angezogener Handbremse gespielt haben“, sagte OHV-Coach Arek Blacha. „Danach haben wir toll gekämpft – das war Werbung für den Handball.“

OHV Aurich – W’havener HV 26:28 (10:15)
OHV:
Lüpke (11 Paraden), Kuksa; Groß 4, N. Pliuto 4, Crnic 4/3, Cuk, Wendlandt 4, de Buhr 3, Schweigart 3/2, Hertlein 2, Günsel 1, Staszewski 1.
WHV: Prost (16), Grunz; Pust 5, Ten Velde 4, Rozman 4, Schauer 4, Kozul 2, Schwolow 2, Postel 2, Delic 2/1, Vorontsov 2/1, Sabljic 1, Drechsler, Konitz, Srsen.
Schiedsrichter: Bona/Frank
Zuschauer: 1400
Strafwürfe: 7/5 – 4/2
Strafminuten: 4 – 10