09.12.2018 15:35

Kaum Freude über Remis

Die gute Nachricht vorweg: Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben ihre Niederlagen-Serie gestoppt. Richtig bejubeln wollten die Jadestädter das 27:27 (12:13)-Unentschieden beim Dessau-Roßlauer HV aber auch nicht. Sekunden vor dem Abpfiff hatte Kuno Schauer den Siegtreffer auf der Hand – der Ball krachte aber ans Lattenkreuz. Zuvor hatten sich beide Teams in der erwartet kampfbetonte Auseinandersetzung keinen Meter geschenkt.

Deshalb war WHV-Trainer Christian Köhrmann am Ende auch nicht unzufrieden mit dem einen Zähler: „Die  Möglichkeiten, mehr mitzunehmen, waren sicherlich da. Aber beim Stand von 23:25 hätte das Ding auch in einen andere Richtung gehen können. Deshalb ist die Punkteteilung gerecht, außerdem ist auswärts einen Punkt  mitzunehmen, gut für unser Selbstbewusstsein.“ 

Vor knapp 1200 Zuschauern in der Dessauer Anhalt-Arena ging es von der ersten Sekunde an zur Sache. Nicht einfach für die Schiedsrichter, die im Laufe der 60 Minuten zahlreiche Zeitstrafen verhängten und darüber hinaus auch zweimal „blank rot“ gegen die Gastgeber zeigten. Beim WHV erlebte Matej Kozul das Ende der Partie nach seiner dritten Zeitstrafe (51.) auch nicht auf der Platte.

Wirklich absetzen konnte sich keine der beiden Mannschaften. Mehrfach wechselte die knappe Führung hin und her. In der Schlussphase schienen die Gastgeber die besseren Karten zu haben, als Daniel Zele knapp sechs Minuten vor dem Abpfiff zum 25:23 für seine Farben traf. Doch der WHV kam noch einmal zurück: Rene Drechsler (mit neun Toren bester Werfer) und Evgeny Vorontsov trafen in Überzahl zum 25:25-Ausgleich. Und als Tobias Schwolow, der trotz Verletzung 60 Minuten durchhielt, in der Schlussminute aus spitzem Winkel sogar das 27:26 für die Gäste besorgte, war der Sieg zum Greifen nah.

Das letzte Wort aber hatten die Gastgeber in Person von Marek Vanco, der 26 Sekunden vor Ultimo traf und damit auf 27:27 stellte. Im Gegenzug landete ein Drechsler-Kracher im Dessauer Abwehrbollwerk, ehe Schauer Pech mit dem letzten Wurf des Abends hatte. Mit 12:22 Zählern bleiben die Jadestädter weiter Drittletzter,  der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt aber nur einen Punkt.

Dessau-Roßlauer HV – W’havener HV 27:27 (13:12)
DRHV: Plaue (1. – 37. und ab 45./7 Paraden); Alisch (38. – 44.); Vanco 6, Hanisch 5, Zele 5, Jungemann 3,  Wasielewski 3, Hönicke 2/2, Pavlicek 1/1, Hanner 1, Zahradnicek 1, Mlotek, Zimmermann, Pfeiffer, Schmidt, Scheithauer.
WHV: Lüpke (13 Paraden), Doden; Drechsler 9, Maas 4, Schwolow 4, Ten Velde 4/4, Vorontsov 3, Kozul 2, Postel 1, Köhler, Schauer, Schluroff, Lehmann, Pust, Andrejew.
Schiedsrichter: Hofmann/Horath
Zuschauer: 1187
Strafwürfe: 3/3 – 4/4
Strafminuten: 10 – 10
Disqualifikationen: Pavlicek (12.), Wasilewski (39./beide Dessau) jeweils nach Foulspiel –  Kozul (51./WHV) nach dritter Zeitstrafe