20.05.2019 16:16

Matchball abgewehrt

Totgesagte leben länger! Nach der derben 22:34-Heimpleite gegen Ferndorf waren die Handballer des Wilhelmshavener HV so gut wie abgestiegen aus der 2. Bundesliga. Eine Woche und einen unerwarteten 35:30-Auswärtserfolg beim HC Elbflorenz Dresden später schöpfen die Jadestädter aber wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. Großen Anteil am Coup in der sächsischen Hauptstadt hatte Linkshänder Rene Drechsler – mit zwölf Toren erfolgreichster Werfer seines Teams.

„Anders als noch gegen Ferndorf hat hier eine Mannschaft auf der Platte gestanden“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Der Erfolg ist der verdiente Lohn einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Jeder hat für seinen Nebenmann einen Schritt mehr gemacht. Jetzt ist wieder alles drin.“ Dabei schien die Partie zu Beginn der zweiten Halbzeit den erwarteten Verlauf zu nehmen, als Dresden die 17:15-Pausenführung auf 19:15 ausbaute und den WHV mit einer offensiven Abwehr vor Probleme stellte.

Köhrmann reagierte kurzzeitig mit dem siebten Feldspieler und zwang die Gastgeber damit in der Folge wieder zurück in die 6:0. Auf der Gegenseite legten die Jadestädter in der Abwehr eine Schippe drauf und auch Angelo Grunz, der schon in Durchgang eins den verletzten Dennis Doden im Tor abgelöst hatte, hatte großen Anteil daran, dass der WHV nicht aus ausglich, sondern beim 21:20 (Tor Vorontsov/40.) sogar selbst die Führung übernahm.

Dass sich die Gäste die Butter bis zum Ende nicht mehr vom Brot nehmen lassen würden, damit war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu rechnen. Doch egal was Elbflorenz in der Schlussviertelstunde versuchte, der WHV hatte stets die richtige Antwort – meistens in Person von Drechsler – parat. Als die Jadestädter von 26:24 auf 30:24 davonzogen (52.), war die Partie in der schmucken Dresdner Ballsport-Arena vorzeitig entschieden. Köhrmann: „Wichtig war, dass wir auch in der ersten Halbzeit immer dran geblieben sind. Hier hat Duncan
Postel ein ganz starkes Spiel gemacht, gleiches gilt für Kuno Schauer. Wenn wir weiter konzentriert bleiben und die Konkurrenz mitmacht, können wir unser Ziel tatsächlich noch erreichen.“

HC Elbflorenz Dresden – W’Havener HV 30:35 (17:15)
HCE: Huhnstock (1.-40./2 Paraden), Halfmann (41.-60.); Kretschmer 7/3, Dierberg 6/2, Flödl 3, Greß 3,  Kammlodt 2, Gugisch 2, Quade 2, Pechstein 2, Becvar 1, Hoffmann 1, de Santis 1, Buschmann, Pulay, Jurgeleit
WHV: Doden (1.-16./5), Grunz (17.-60./12), Lüpke (bei einem 7m); Drechsler 12, Postel 7, Schauer 6, Vorontsov  6/1, Schwolow 2, Kozul 1, ten Velde 1, Kozlina, Köhler, Maas, Schluroff, Konitz.
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro
Zuschauer: 2112
Strafwürfe: 7/5 – 1/1
Strafminuten: 2 – 12