Der Wilhelmshavener HV nimmt die 3.Liga ins Visier

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Wenn am kommenden Samstag der Abpfiff in der Erzgebirgshalle in Lößnitz beim Gastgeber EHV Aue ertönt, endet für den Wilhelmshavener HV eine lange Saison voller Unruhen im Umfeld und vor allem eine Saison mit vielen verletzten Spielern. Für insgesamt 25 Spieler hat der WHV in dieser Saison eine Spielberechtigung bei der Handballbundesliga beantragt. So viele Spieler wie nie zuvor standen im Kader der Jadestädter. Auf der langen Liste stehen u.a. auch die Namen von Oliver und WHV-Trainer Christian Köhrmann. Der langjährige WHV-Trainer hatte für den Fall der Fälle noch sein Trikot in der Tasche dabei um einzuspringen. „Wir haben wirklich alles versucht um die Klasse zu halten. Am Ende steht für uns ganz klar die Erkenntnis, dass wir nicht kampflos abgestiegen sind. Trotz einer Insolvenz, der vorzeitig feststehenden Abgängen und der zuletzt vielen angeschlagenen Spieler, hat jeder Einzelne im Verein und auf dem Feld bis zum Schluss Charakter gezeigt. Einen großen Anteil daran besitzen unsere Sponsoren und unsere Fans, die trotz Lockdown und Zuschauerverbot jeden Tag zum WHV und zur Mannschaft gestanden haben. Zuletzt mit der Rückkehr von 600 applaudierenden Zuschauern gegen den TV Großwallstadt in der Nordfrostarena.", so die Verantwortlichen vom WHV.

Verwundert zeigt man sich im WHV-Lager hingegen über die zuletzt einseitige Berichterstattung der lokalen Medien zum Thema der Gerichtsverhandlung gegen einen ehemaligen WHV-Großsponsor in Richtung des Handballsports. „Es ist bekannt, dass unser ehemalige Sponsor und Geschäftsführer in der Stadt nicht nur als Geldgeber beim Handball und im Freibad Nord aufgetreten ist. Neben der fest zugesagten Unterstützung im Handballsport, unterstütze er finanziell u.a. auch die Wilhelmshavener Fußballmannschaft des WSC Frisia und weitere Projekte in der Stadt. Wir stellen uns im Verein berechtigt die Frage, warum vor den wichtigen Endspielen unserer Mannschaft medial der Fokus der Gerichtsverhandlung dann nur auf den Handballsport gerichtet wird? Wir vermissen in diesem Punkt hier ganz klar den Respekt vor der Arbeit unserer Mitarbeiter und unserer Mannschaft. Das hätte man in dieser Situation aus unser Sicht journalistisch besser lösen müssen.", so die Verantwortlichen weiter. „Alle im Verein hatten keine Zeit den Kopf hängen zu lassen. Wir mussten sofort wieder aufstehen und weitermachen. Woche für Woche, 24 Stunden rund um die Uhr haben wir alle gemeinsam für den Handball in der Stadt gekämpft. Trotzdem lenkte man hier mit der vorangegangenen Berichterstattung einen generellen negativen Fokus auf den WHV und damit auch auf unsere Mannschaft, die sich im Abstiegskampf beweisen musste."

Am vergangenen Mittwochabend dann traf sich die Mannschaft samt Vorstand noch einmal zu einem gemeinsamen Essen. WHV-Manager Dieter Koopmann verabschiedetet in diesem Rahmen mit Evgeny Vorontsov, Rutger ten Velde, David Jurisic, Duncan Postel, Kuno Schauer, Stanko Sabljić, Ivan Eres, Bartosz Konitz, Fabrice Lehmann und Yannick Pust insgesamt zehn Spieler aus dem jetzigen Kader. In der kommenden Woche werden die Verantwortlichen vom WHV auf der Staffeltagung des DHB wahrscheinlich erfahren mit welchen Gegnern in der Saison 2021/2022 zu rechnen ist. Durch den Umstand der Pandemie wird die Anzahl der Mannschaften in der 3.Liga voraussichtlich weiter ansteigen und der bekannte Modus wird sich ein wenig ändern. Fest steht zumindest das Grundgerüst der WHV-Mannschaft. Neben Sebastian Maas, stehen in der nächsten Saison auch Vedran Delic, Tobias Schwolow, Rene Drechsler, Levin Stasch, Duje Maretic, Matej Kozul und Gabriel Misetic aus dem alten Kader in Wilhelmshaven unter Vertrag. Mit Paul Hein, Maximilian Mißling, Sven Eberlein und Alexander Coßmann stehen bereits vier Neuzugänge fest. Die Verantwortlichen geben sich im Hinblick auf den anstehenden Start in der 3.Liga kämpferisch. „Wir sind derzeit noch auf der Suche nach einem Torwart und evtl. einem weiteren Spieler für die Rechtsaußenposition. Dahinter stehen viele junge Talente aus der JSG Wilhelmshaven, die wir in den kommenden Spielzeiten weiter an den Leistungshandball heranführen wollen. Es geht für uns jetzt darum, die Mannschaft mit einer Mischung aus talentierten und erfahrenen Spielern neu aufzubauen. Dafür nehmen wir uns die nötige Zeit und hoffen weiterhin auf die tolle Unterstützung aus der regionalen Wirtschaft und unserer Fans."

WLC Nord GmbH