Viel riskiert, alles verloren

Im Heimspiel gegen den ThSV Eisenach setzten die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV in der Schlussphase beim Stand von 24:24 alles auf eine Karte. Ohne Erfolg: Der letzte Angriff verpuffte wirkungslos, Adrian Wöhler warf den Ball ins leere WHV-Tor und ließ die Thüringer am Ende jubeln. Bitter für die Jadestädter, die bereits einen Punkt sicher hatten.

"Wir haben einfach nicht den Handball gespielt, der uns zuletzt ausgezeichnet hat", sagte ein enttäuschter Tobias Schwolow nach dem Abpfiff. Auch Kapitän Sebastian Maas trauerte der verpassten Chance nach: "Wir hatten wirklich alle Möglichkeiten, dieses wichtige Spiel zu gewinnen, haben unsere Chancen aber leider nicht genutzt. Die Punkte hätten wir im Kampf um den Klassenerhalt wirklich gut gebrauchen können."

Die Jadestädter taten sich von Beginn an schwer in der Offensive und scheiterten entweder an der massiven Eisenacher 6:0-Abwehr, oder an Keeper Stanislaw Gorobtschuk, der vor allem in der Anfangsphase häufig zur Stelle war. So legten die Thüringer, die sich im Angriff auf den treffsicheren Linkshänder Alexander Saul verlassen konnten, im ersten Durchgang stets ein, oder zwei Tore vor. Zur Pause hieß es 11:10 für die Gäste.

Nach dem Wechsel schien die Partie dann aber doch noch den erhofften Verlauf zu nehmen: Nach dem 13:13 -Ausgleich sorgten Schwolow und Kay Smits für die 19:15-Führung. Weitere Möglichkeiten, den scheinbar komfortablen Vorsprung weiter auszubauen, wurden allerdings vergeben. Und so kämpften sich die Eisenacher tatsächlich noch einmal zurück in die Partie und gingen kurz vor Schluss durch Tor Nummer elf von Saul sogar mit 24:23 Toren in Führung.

Nach dem Ausgleich durch Schwolow und einer der wenigen Paraden von Frederick Lüpke wollten die Jadestädter (in Unterzahl) den Spieß in der Schlussphase noch einmal umdrehen. Oliver Köhrmann, der seinen erkrankten Bruder Christian auf der Trainerbank vertrat, entschied sich dafür, den letzten Angriff mit sechs Feldspielern zu spielen. "Die Abspachen waren klar, Tobi sollte werfen", sagte der sportliche Leiter des WHV nach dem Spiel. "Das hat soweit auch alles geklappt. Warum wir aber unseren Torhüter nicht wieder rechtzeitig auf die Platte gebracht haben, kann ich nicht verstehen. Eine ärgerliche und absolut unnötige Niederlage."

W'havener HV - ThSV Eisenach 24:25 (10:11)
WHV: Doden (1. - 23./3 Paraden), Lüpke (ab 23./3); Smits 8/3, Schwolow 6, Maas 3, Vorontsov 3, Kalafut 2, Postel 2, Köhler, Andrejew, Ten Velde n.e., Lehmann n.e., Schweigart n.e., Wolterink n.e.
ThSV: Gorobtschuk (1. - 35./7); Redwitz (ab 35./5); Saul 11/2, Wöhler 4, Meoki-Extebeste 3, Schliedermann 3, Popa 2, Niemeyer 2, Iffert, Küstner, Miljak, Hansen, Richardt, Streckhardt.
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro (Diepholz)
Zuschauer: 1147
Strafwürfe: 3/3 –  2/2
Strafminuten: 2 –  2