Außenseiter gegen Balingen

Nach dem Doppelspieltag, den die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV mit 2:2 Punkten abschlossen, genießen die Jadestädter am Abend Heimrecht: Zu Gast in der Nordfrost-Arena ist um 19.30 Uhr der ehemalige Erstligist HBW Balingen-Weilstetten. "Wir sind klarer Außenseiter", sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. "Trotzdem werden die Jungs von der ersten Minute an um ein gutes Ergebnis kämpfen."

Im Vorjahr taten sich die Gäste noch schwer, nach dem Abstieg aus der 1. Liga im Unterhaus Fuß zu fassen. In dieser Saison aber sind die "Gallier von der Alb" aber mittendrin (im Titelkampf), statt nur dabei. 19:7 Punkte hat sich die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle bislang erspielt - der Rückstand auf das Spitzenduo aus Coburg und Essen beträgt gerade einmal zwei Zähler. Großen Anteil daran hat sicherlich Europameister Martin Strobel, der seit kurzem wieder zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft gehört.

"Er ist immer noch der beste deutsche Spielmacher", sagt Köhrmann. "Deshalb ist die Entscheidung, Strobel trotz seiner 32 Jahre mit zur Heim-WM zu nehmen, aus meiner Sicht nachvollziehbar und vollkommen richtig. Er ist Denker und Lenker im Balinger Spiel und darüber hinaus häufiger auch der beste Torschütze. Ihn auszuschalten, wird sehr, sehr schwer - aber einengen werden wir seine Kreise schon." Da der HBW aber auch auf allen Positionen top besetzt ist, kommt am Abend Schwerstarbeit auf die Abwehrreihe des WHV und die Torhüter Dennis Doden und Frederick Lüpke zu.

"Wir können dieses Spiel nur über die Abwehr und die Torhüterparaden gewinnen", ist sich Köhrmann sicher. "Wenn das Rückzugsverhalten stimmt und wir Balingen so oft wie möglich in den gebundenen Angriff zwingen, haben wir eine Chance. Dazu muss aber natürlich auch im Angriff alles passen. Alles in allem eine riesen Herausforderung für meine Mannschaft, die wir aber gerade in eigener Halle sehr gerne annehmen."

Rene Drechsler darf trotz seiner "blauen Karte" im letzten Heimspiel gegen Lübeck heute Abend dabei sein. Der Linkshänder musste aber genau wie Tobias Schwolow im Training etwas kürzer treten. Alle anderen Spieler sind fit.