Nichts für schwache Nerven

Eine bärenstarke Leistung in der ersten Halbzeit hat den Zweitliga-Handballern des Wilhelmshavener HV im Gastspiel beim VfL Eintracht Hagen zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf beschert: Allerdings gerieten die Jadestädter nach der verdienten 20:12-Pausenführung im zweiten Durchgang noch einmal gehörig unter Druck, retteten aber am Ende - trotz zweier roter Karten - einen knappen 33:31-Erfolg über die Ziellinie. Die Linkshänder Rene Drechsler (11) und Evgeny Vorontsov (10/5) ragten als beste Torschützen auf WHV-Seite heraus.

Nach ausgeglichenem Beginn zogen die Gäste nach einer guten Viertelstunde auf und davon, weil Dennis Doden im Tor den Gastgebern einige "Hundertprozentige" abkaufte und die WHV-Angreifer auf der Gegenseite ihre Chancen eiskalt ausnutzten. Vor allem die rechte Seite mit Drechsler und Vorontsov hatte großen Anteil an der beruhigenden 20:12-Pausenführng, aber auch Tobias Schwolow nutzte seine Zweikampfstärke zu einigen wichtigen Toren. Hinten hielten Miladin Kozlina und Daniel Andrejew die 6:0-Abwehr über weite Strecken gut zusammen - beide blockten immer wieder Würfe aus dem Hagener Rückraum.

20:12 - vielleicht war die Pausenführung der Gäste etwas zu deutlich. Auf jeden Fall kamen die Gastgeber mit deutlich mehr Feuer aus der Kabine als die Jadestädter, und so schmolz der Vorsprung schon kurz nach dem Seitenwechsel bedrohlich zusammen. Der WHV tat sich nun immer schwerer gegen die immer offensiver werdende VfL-Abwehr, die einige unvorbereitete Würfe provozierte. Und weil Nils Dresrüsse nun auch im Torwartduell gegen Doden klar die Oberhand gewann, warfen sich die Hagener bis zur 44. Minute auf 23:24 Tore heran.

Zu diesem Zeitpunkt saßen Duncan Postel (nach Foul/35.) und Daniel Andrejew (nach Tätlichkeit?/40.) bereits auf der Tribüne. "Auf jeden Fall diskussionswürdig", kritisierte WHV-Trainer Christian Köhrmann die Disqualifikationen seiner beiden Kreisläufer durch die jungen Schiedsrichter Kauth und Kolb. Matej Kozul sprang in die Bresche, übernahm den freien Platz im Innenblock an der Seite Kozlinas und schlüpfte vorne in die Rolle des Kreisläufers.

Als sich die Gemüter auf der Platte wieder beruhigt hatten, hielten die Jadestädter den Gegner stets mit zwei bis drei Toren auf Distanz. In der Schlussphase ließ man sich auch von der offenen Hagener Manndeckung nicht aus dem Konzept bringen und brachte den eminent wichtigen 33:31-Erfolg beim direkten Konkurrenten mit kühlem Kopf über die Ziellinie.

Eintracht Hagen - W'havener HV 31:33 (12:20)
VfL: Mahncke, Dresrüsse; Gaubatz 6, Schmidt 6/1, Kress 6/4, Tubic 3, Stefan 3, Renninger 3, Pröhl 2, Mestrum 2, Brand, Dell, Bergner, Waldhof, Bornemann, Toromanovic.
WHV: Doden (1.-51/11 Paraden), Grunz (ab 51./2), Lüpke (bei zwei 7m); Drechsler 11, Vorontsov 10:75, Schwolow 6, Konitz 2, Maas 2, Schauer 1, Andrejew 1, Kozlina, Postel, Kozul, Ten Velde, Lehmann, Pust.
Schiedsrichter: Kauth/Kolb
Strafwürfe: 5/5 - 5/5
Strafminuten: 8 - 6 (3x Tubic, Waldhof - Vorontsov, Schwolow, Andrejew)
Disqualifikationen: Tubic (Vfl/51.) nach dritter Zeitstrafe - Postel (WHV/35.) nach Foulspiel und Andrejew (WHV/40./mit Bericht) nach Tätlichkeit