Verlieren verboten

Trotz der emotionalen Achterbahnfahrt in den letzten Wochen haben die Zweitliga-Handballer des Wilhlemshavener HV drei Spieltage vor Toreschluss nach wie vor Chancen auf den Klassenerhalt. Im heutigen Heimspiel gegen den Ligavorletzten Dessau-Roßlauer HV (19.30 Uhr, Nordfrost-Arena) heißt es für die Schützlinge von Trainer Christian Köhrmann allerdings "verlieren verboten". Brisant: Seit dem Wiederaufstieg in die 2. Liga konnten die Jadestädter den DRHV in eigener Halle noch nicht bezwingen.

"Die Spiele der Konkurrenz interessieren mich nicht - wie schauen erstmal nur auf uns", sagt Köhrmann zurecht. Aber ihm, der Mannschaft und den Fans wird nicht entgangen sein, das manchem Mitbewerber im Kampf um den Klassenerhalt die Luft auszugehen scheint. Anders ist die klare Heimniederlage von Eintracht Hagen gegen die längst abgestiegenen Rhein Vikings (23:30 im Freitagspiel) wohl kaum zu erklären. Gespannt sein darf man auch auf den Ausgang des Sonntags-Kellergipfels zwischen Großwallstadt (16.) und Elbflorenz Dresden (15.).

Heute Abend in der Arena ist nicht nur der WHV zum Siegen verdammt. Auch die Gäste müssen nach elf sieglosen Spielen in Folge auf jeden Fall gewinnen, andernfalls ist der Abstieg besiegelt. Dessaus Trainer Uwe Jungandreas hisste nach der jüngsten Heimpleite gegen Dormagen bereits die "weiße Fahne", aber Köhrmann weiß dies realistisch einzuschätzen. "Mir ist egal, was in Dessau gesagt wird. Wir brauchen eine Topleistung, um diesen Gegner zu besiegen - und die werden wir mit Unterstüzung unserer Fans auch abrufen."

Die Jadestädter bangen vor dem vorletzten Heimspielder Saison noch um den Einsatz von Torhüter Dennis Doden und Kreisläufer Daniel Andrejew - beiden machen Knieprobleme zu schaffen. Dafür hat Bartosz Konitz nach überstandener Virusinfektion wieder voll trainiert und steht am Abend ebenso zur Verfügung wie Abwehrchef Miladin Kozlina. "In Sachen Konznetration und Einstellung müssen wir genau da anknüpfen, wo wir beim 35:30-Sieg in Dresden aufgehört haben", fordert Köhrmann. "Jeder hat für seinen Nebenmann gekämpft und auch bei Rückstand die Ruhe bewahrt. Nur so kann es funktionieren."