11.11.2017 11:28

Sensation hauchdünn verpasst

Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV sind im Heimspiel gegen den Bergischen HC nur ganz knapp an der nächsten Überraschung vorbeigeschrammt: Eine Woche nach dem 35:31-Erfolg über den TV Emsdetten standen die Jadestädter auc im Duell mit dem noch verlustpunktfreien Spitzenreiter vor einem Punktgewinn – vier Sekunden vor dem Abpfiff trafen die Gäste aber zum glücklichen 27:26 (13:11)-Sieg.

„Wir waren angetreten, um auch dieser Spiel zu gewinnen und deshalb ist die Enttäuschung auch groß“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann nach der knappen Niederlage. „Wir haben nie aufgegeben und standen ganz kurz davor, das Spiel noch zu unseren Gunsten zu drehen. In der Schlussphase fallen dann aber drei Entscheidungen in Situationen, die die Schiedsrichter zuvor anders bewertet hatten. Eine Entwicklung, die wir leider nicht zum ersten Mal zur Kenntnis nehmen müssen.“

Nach ausgeglichener Anfangsphase (5:5/13.) wurden die Gäste ihrer Favoritenrolle zunächst gerecht und zogen auf 11:6 und später auf 13:8 Tore davon (23.). Der WHV gab sich aber keineswegs geschlagen und fightete sich in der Folge mehrfach ins Spiel zurück. Dennoch gerieten die Punkte scheibar frühzeitig aus der Reichweite, weil der Spitzenreiter stets zum richtigen Zeitpunkt traf und eingangs der Schlussphase  scheinar souverän mit 24:21 Toren führte (50.).

Dass es noch einmal richtig eng wurde, lag auch an WHV-Keeper Dennis Doden, der zahlreiche Bälle parierte und so den Ausgleich durch  Kapitän Sebastian Maas ermöglichte (25:25/56.). Knapp 1200 Zuschauer trauten wenig später ihren Augen nicht, als Kay Smits eine äußerst fragwürdige Zeitstrafe erhielt. Dennoch schien ein Remis möglich – vor allem als Doden dem Isländer Gunnarsson den dritten Strafwurf an diesem Abend abkaufte. Gegen den Nachwurf vier Sekunden vor dem Ende war aber auch der WHV-Keeper machtlos und so nahmen die Bergischen überaus glücklich beide Zähler mit auf die Heimreise.

Weiterer Wermutstropfen für die Jadestädter: Für Lukas Kalafut war das Spiel vorzeitig aufgrund einer Knieveletzung beendet. Eine MRT- Untersuchung soll nun klären, ob sich der WHV-Rückraumspieler eventuell erneut das Kreuzband gerissen hat. Für Teil zwei des Doppel Spietags, morgen ab 16.30 Uhr beim VfL Lübeck-Schwartau, fällt der Slowake auf jeden Fall aus.

W’havener HV – Bergischer HC 26:27 (11:13)
WHV: Doden (20 Paraden), Lüpke (bei einem Siebenmeter); Smits 7/1, Schwolow 5/1, Vorontsov 4, Postel 3, Kalafut 2, Kozul 2, Ten Velde 1, Maas 1, Köhler 1, Lehmann.
BHC: Rudeck (13 Paraden), Olbertz (n.e.); Gunnarsson 9/4, Arnesson 5, Petrovsky 3, Kotrc 3, Babak 2, Nippes 2, Darj 1, Bettin 1, Gutbrod 1, Majdzinski, Criciotoiu.
Schiedsrichter: Kroll/Polke (Berlin)
Zuschauer: 1177
Strafwürfe: 4/2 – 7/4
Strafminuten: 12 – 6