31.03.2019 16:07

Sieg im Zitterspiel

Nichts für schwache Nerven war das Heimspiel des Wilhelmshavener HV in der 2. Handball-Bundesliga gegen den TuSEM Essen: Obwohl die Jadestädter permanent führten, gelang es ihnen nicht, den Gegner abzuschütteln. So mussten die 1150 Fans in der Nordfrost-Arena bis zur Schlussminute zittern, ehe der verdiente 33:30 (16:16)-Heimerfolg feststand.

„Heute hat man mal wieder gesehen, was der Heimvorteil ausmacht“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann. „Es war das erwartet nervenaufreibende Spiel, das wir am Ende auch durch die lautstarke Unterstützung  unserer Fans gewonnen haben.“ Nach dem 4:1-Blitzstart (6.) hatten viele auf einen klaren Start-Ziel-Sieg der Jadestädter gehofft, doch die Gäste ließen sich vom frühen Dreitore-Rückstand nicht entmutigen, gingen weiter hohes Tempo und glichen kurz vor der Pause zum 16:16-Halbzeitstand aus.

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Der WHV mit dem besseren Start und der verdienten 25:21-Führung nach 43 Minuten. Vorne zog Bartosz Konitz geschickt die Fäden, während Dennis Doden im Tor (15 Paraden am Ende) fast nahtlos an seine gute Leistung im Hinspiel anknüpfte und vor allem immer dann zur Stelle war, wenn die Partie einmal zu kippen drohte. So lagen die Gastgeber eingangs der Schlussphase vermeintlich komfortabel mit 29:24 Toren vorne (52.) – entschieden war die Partie damit aber noch lange nicht.

„In  der  2. Bundesliga  kannst du dir nie sicher sein, ein Spiel gewonnen zu haben“, sagte Evgeny Vorontsov, der ebenso acht Tore zum wichtigen Heimsieg beisteuerte wie seine Teamkollegen Tobias Schwolow und Rene Drechsler. Er sollte Recht behalten: Essen verteidigte immer offensiver, der WHV schenkte einige Bälle her und spätestens beim 29:30-Anschlusstreffer (59.) wurde auch der größte WHV-Optimist noch einmal richtig nervös.

Sebastian Maas (nach Vorontsov-Vorlage) beseitigte aber im Gegenzug die letzten Zweifel (31:29), ehe der WHV-Routinier von Rechtsaußen den Schlusspunkt unter eine spektakuläre Partie setzte. „Gefühlt bin ich während der 60 Minuten schon einige Jahre gealtert, weil es so viel enge Situationen gab“, sagte Köhrmann nach Abpfiff und fügte mit Blick auf die Tabelle hinzu: „Klassenerhalt ist kein Sprint, sondern ein Marathon – zur Not machen wir auch einen IronMan daraus.“

W’havener HV – TuSEM ESSEN 33:30 (16:16)
WHV: Doden (1. – 60./15 Paraden), Grunz (bei einem 7m); Schwolow 8, Drechsler 8, Vorontsov 8/5, Konitz 5,  Schauer 1, Postel 1, Ten Velde 1 , Maas 1, Andrejew, Kozlina, Köhler, Lehmann, Pust.
TuSEM: Bliss (1. – 48./13), Borchert (ab 48./3), Mangold (bei einem 7m); Szczesny 9, Ellwanger 5, Beyer 5/3, Witzke 3, Akakpo 3, Müller 2, Skroblien 2/1, Zechel 1, Ridder, Firnhaber, Seidel, Klingler, Ingenpass.
Schiedsrichter: Heine/Standke
Zuschauer: 1150
Strafwürfe: 5/5 – 7/4
Strafminuten:  10 – 10