12.05.2019 16:19

WHV kommt unter die Räder

Die Chancen des Wilhelmshavener HV auf den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga haben sich am Samstag drastisch verschlechtert: Mit einem Heimsieg über den TuS Ferndorf wollten die Jadestädter eigentlich Druck auf die Konkurrenz machen, nach der blamablen Vorstellung, die eine 22:34 (8:15)-Niederlage zur Folge hatte, blieb aber nichts außer Ernüchterung.

„Wir hätten so viel schaffen können“, sagte WHV-Trainer Christian Köhrmann und entschuldigte sich bei den Fans für den nicht zweitligareifen-Auftritt seines Teams. „Wir lassen einfach zu viele klare Torchancenaus und nehmen uns damit selbst aus dem Spiel.“ Stimmt: Alleine fünf Strafwürfe ließen Evgeny Vorontsov, Rutger ten Velde, Duncan Postel und Tobias Schwolow ungenutzt – hinzu kamen viele weitere aussichtsreiche Gelegenheiten aus dem Feld.

So kamen die Jadestädter – trotz ordentlicher Anfangsphase – nicht für den so dringend benötigten Sieg in Frage gegen eine Ferndorfer Mannschaft, die sich nach einer Viertelstunde (vom WHV begünstigt) in einen Rausch spielte und sich bis zum Schlusspfiff nicht einfangen ließ. Auch, weil Torhüter Lucas Puhl (11 Paraden im ersten Durchgang) einen Glanztag erwischt hatte und die Siegrländer ihre Chancen einfach konsequent nutzten.

Für den WHV wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Durch Siege der Konkurrenz ist der Rückstand zum rettenden Ufer nunmehr auf vier Zähler angewachsen. Angesichts von vier noch auszutragenden Partien machbar – es bedarf aber schon eines mittleren Handball-Wunders, wenn die Jadestädter am Saisonende nicht zu den fünf Absteigern gehören. „Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß, aber wir müssen den Blick nach vorne richten – auch wenn es schwerfällt“, sagte Köhrmann. „In Dresden müssen wir ein anderes Gesicht zeigen.“

W’havener HV – TuS Ferndorf 22:34 (8:15)
WHV: Doden (1.-38./6 Paraden), Grunz (38.-53./2), Lüpke (ab 53.); Schwolow 5, Ten Velde 4, Vorontsov 3, Konitz 2, Andrejew 2, Drechsler 2, Pust 2, Postel 1, Schauer 1, Kozlina, Kozul, Maas n.e., Köhler n.e.
TuS: Puhl (1.-43./14), Rottschaefer (ab 43./6/1 Tor), Hottgenroth; Faulenbach 6, Zerbe 6/3, Müller 5, Lindskog Andersson 4, Neitsch 3, Schneider 3, Basic 2, Michel 1, Wörner 1, Barwitzki 1/1, Rink 1, Irle, Koloper.
Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen
Zuschauer: 1036
Strafwürfe: 0/5 – 4/5
Strafminuten: 4 – 6