17.02.2019 15:54

Zu viele Zeitstrafen

Handball-Zweitligist Wilhelmshavener HV hat beim Gastspiel in Aue den erhofften Befreiungsschlag verpasst: In einer erwartet kampfbetonten Auseinandersetzung mussten sich die Jadestädter am Samstag dem Erzgebirgischen Handball-Verein (EHV) mit 23:26 (12:14) Toren geschlagen geben. Torhüter Dennis Doden und der neunfache Torschütze Tobias Schwolow ragten auf Seiten der Gäste heraus.

„Wir spielen hier gefühlt fast die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl“, schimpfte WHV-Trainer Christian Köhrmann nach der unnötigen Pleite in Sachsen. Und fügte hinzu: „In vielen Situatioen waren die Hinausstellungen für mich auch nicht nachvollziehbar. Klar ist nur: Das hat uns das Genick gebrochen.“ Unzufrieden mit dem Auftritt in der Erzgebirgshalle war der WHV-Coach hingegen nicht: „Wir haben sehr stabil verteidigt und hatten mit Dennis Doden einen überragenden Keeper. Trotzdem hat es leider nicht gereicht.“

Schwolow und Rene Drechsler hatten für die frühe 3:1-Führung gesorgt, die danach aber bröckelte, weil der WHV zu viele Chancen vergab, in Unterzahl geriet und ab der 15. Minute einem Rückstand hinterherlaufen musste. Vor allem der Auer Benas Petreikis (am Ende ebenfalls neun Tore) sorgte immer wieder für Unruhe in der Defensive der Jadestädter. Dennoch blieben die Gäste – mit Neuzugang Bartosz Konitz – in Schlagdistanz. Beim 12:14 zur Pause war im Erzgebirge noch alles offen.

In Durchgang zwei das gleiche Bild: Aue behauptete stets eine knappe Führung, konnte den WHV aber (vor allem dank Doden) nie wirklich abschütteln. AlS Daniel Andrejew nach 51 Minuten der 20:21-Anschlusstreffer gelang,  roch es nach einer dramatischen Schlussphase. Da der WHV aber den Rest der Spielzeit in (zum Teil doppelter) Unterzahl absolvieren musste, schaukelte der EHV den 26:23-Heimsieg clever, aber auch unspektakulär über die Bühne.

Köhrmann: „Auch wenn wir nicht die erhoffeten Punkten geholt haben, können wir aus diesem Auftritt viel Positives mitnehmen“, sagte Köhrmann und richtete den Blick sofort auf auf das nächste Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen (Samstag 19.30 Uhr, Nordfrost-Arena). „Wir werden uns intensiv auf dieses Spiel vorbereiten und den Fokus im Training auf die Integration unserer Neuzugänge legen. Bartosz Konitz hat noch gar nicht richtig mit den Jungs trainiert. Es ist wichtig, dass wir ihn und die anderen dahinkriegen, dass sie uns schnell weiterhelfen.“

EHV Aue – Whavener HV 26:23 (14:12)
Aue: Musil, Rasimas; Petreikis 9, Dumcius 4, Meinhardt 4/2, Roch 2, Bornhorn 2, Brykner 2, Faith 2, Slachta 1, Schauer,  Naumann, Ebert, Neuteboom.
WHV: Doden, Grunz; Schwolow 9, Vorontsov 6/1, Drechsler 4, Andrejew 2, Ten Velde 1,  Postel 1, Kozlina, Schauer, Konitz, Kozul, Pust, Maas, Lehmann, Köhler.
Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen
Zuschauer: 1400
Strafwürfe: 6/2 – 1/1
Strafminuten: 6 – 18
Disqualifiktion: Andrejew (WHV/52.) nach dritter Zeitstrafe